Der 19-jährige Bosnier ist nun auch nach zahlreichen Schlagzeilen wegen terroristischer Vereinigung (Paragraf 278b) und mehreren Gewaltdelikten zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden. Ein Jahr wurde unbedingt ausgesprochen, während er den Rest von einem Schöffensenat unter Setzung einer dreijährigen Probezeit auf Bewährung nachgesehen bekam. Es wurde seitens des Gerichts Bewährungshilfe und ein Deradikalisierungsprogramm für den IS-Anwärter angeordnet. Das Urteil ist rechtskräftig.
Auf einem öffentlichen Social Media Account hatte der Angeklagte seit April 2022 IS-Propaganda verbreitet. Per Direktnachricht habe er auch auf Anfrage Kampfgesänge, die den Islamischen Staat verherrlichen, versendet. Diese habe er von der Propagandastelle der Terrororganisation ergattert.
Der junge Bosnier hatte ebenfalls Loblieder und Botschaften von islamistischen Predigern verbreitet, die den IS glorifizieren und unter anderem als "Festung gegen die Feinde" bezeichnen. Der 19-Jährige teilte ebenfalls Instagram-Storys von zwei islamistischen Kämpfern, von denen einer sogar sein Profilbild auf der Plattform schmückte.
Die Verteidigerin des bis zuletzt Arbeitslosen plädierte vor Gericht: "Er hat sich in komplett falschen Kreisen bewegt. Er weiß, dass er sein Leben ändern muss und möchte". Während der IS-Mann im Verhandlungssaal schwieg und sich zu keiner Frage des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft äußerte, betonte seine Anwältin: "Es tut ihm leid".
Der Anklage war ebenfalls zu entnehmen, dass der junge Bosnier sich nicht nur der terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, sondern auch viele Gewaltdelikte vorzuweisen hat. Der IS-Anwärter machte auf sein Aggressionsproblem in mehreren Fällen aufmerksam.
Auf dem Bahnhof Floridsdorf war es am 22. Mai 2023 zu einer schweren Körperverletzung gekommen, als der 19-Jährige einem Obdachlosen grundlos mit der Faust ins Gesicht schlug, woraufhin der Freund des IS-Mannes auf das wehrlose Opfer eintrat. Der Unterstandslose trug von dem Vorfall einen verschobenen Nasenbeinbruch, eine Schädelprellung und ein Schleudertrauma davon. Er musste im Spital anschließend behandelt werden.
Nur fünf Tage darauf wurde derselbe Bahnhof erneut zum Schauplatz eines Verbrechens, als der 19-Jährige sich in einer Gruppe junger Burschen verhaltensauffällig verhielt. Er wurde daher von einem Security-Mitarbeiter ermahnt, woraufhin der IS-Anwärter eine nahezu echt wirkende Schreckschusspistole zückte und ihn damit bedrohte.
Und bloß zwei Tage nach diesem Vorfall kehrte der junge Bosnier in einer Bäckerei-Filiale am selbigen Bahnhof ein, nur um dann erneut in einen Konflikt mit einem der Angestellten zu geraten. Auch hier griff der IS-Mann zu seiner Waffe und hielt sie dem Mitarbeiter nur wenige Zentimeter vor das Gesicht. Als er das Geschäft verlassen wollte, stellten sich ihm ein Zivilpolizist und ein Passant in den Weg. Der 19-Jährige schoss mehrmals in die Richtung der beiden. Ein Mann blieb mit einem Knalltrauma, der andere mit einer Schürfwunde und Tinnitus zurück.