IS-Mann erwartet neue Angriffe in Europa

Der Tod von IS-Chef al-Baghdadi werde von Islamisten gerächt werden, erklärte der inhaftierte IS-Terrorist Muhammad Hasik.
Mit dem Tod von Abu Bakr al-Baghdadi hat die Terrormiliz IS einen schweren Schlag erlitten. Zerstört ist sie jedoch noch lange nicht. Ganz im Gegenteil. Der inhaftierte IS-Terrorist Muhammed Hasik kündigt Vergeltungsschläge in Europa an. Gegenüber dem US-Sender ABC erklärte der gebürtige Bosnier, dass der Terror „wahrscheinlich noch ärger" werde: „Es ist gefährlicher als zuvor". Er denke, dass „nun etwas in Europa passieren wird, weil viele Leute über die Sache (den Tod von al-Baghdadi, Anm. der Red.) empört sind".

Dabei sei der Tod des Terrorchefs unerheblich. „Wenn einer stirbt, rückt ein anderer nach". Auch die Meldung von US-Präsident Donald Trump, das IS-Kalifat existiere nicht länger, sei Unsinn. „Die Leute existieren, der Tod von al-Baghdadi macht keinen Unterschied".

Muhammed Hasik sitzt derzeit in einem Gefängnis im Nordirak, er war zweifelsfrei Mitglied der Terrormiliz. Seine Lebensgeschichte ist typisch für viele ausländische IS-Terroristen. Geboren wurde der Mann 1994 in Bosnien, nahe Srebrenica. Er habe im Bosnienkrieg 20 Familienmitglieder verloren, erzählte er ABC.



CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Gemeinsam mit seiner Mutter sei er als 6-Jähriger nach Deutschland geflohen. Als Jugendlicher habe er dann zu Drogen gegriffen, mit 19 Jahren sei er wegen eines Bagatelldelikts hinter Gittern gelandet. Im Gefängnis sei er dann in Deutschland erstmals mit der IS in Berührung gekommen. 2014 kam Hasik dann in Syrien an – in Deutschland, wo seine Frau und seine zwei Kinder leben, habe ihm eine erneute Gefängnisstrafe gedroht.

Mit den Gräueltaten der IS habe er nichts zu tun, beteuerte der Mann: „Ich bin fertig mit dem Islamischen Staat". Außerdem sei er unschuldig, er sei „nur ein Polizist" in den Städten Deir es-Zor und Raqqa gewesen und habe „Drogendealer und andere Leute" verhaftet. „Ich habe nur meinen Job getan".



Vom Krieg habe er jetzt genug. „Ich will ein normales Leben mit meiner Familie und den Kindern führen". Ob er wirklich damit rechne, freigelassen zu werden? „Ja, natürlich", antwortete Hasik: „Ich habe nie das Gesetz gebrochen – in meinen Augen". Er will unbedingt nach Deutschland zurückkehren.

Mit den zahllosen IS-Opfern zeigt Muhammed Hasik kein Mitleid: „Ich habe ihr Schicksal nicht geschrieben. Es war eben ihr Schicksal".



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