Politik

Austro-Türken geht Islam-Studie nicht weit genug

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) hinterfragt die eben veröffentlichten Ergebnisse der Islam-Kindergartenstudie kritisch.
Heute Redaktion
13.09.2021, 22:09

Am Donnerstagvormittag wurden die Ergebnisse der Islam-Kindergartenstudie, die in Zusammenarbeit der Uni Wien und der FH Campus Wien herausgegeben wurde, der Öffentlichkeit präsentiert. Laut dieser Untersuchung gibt es in Wien fünf Namen, auf die 110 Kindergruppen und 17 Kindergärten zurückzuführen sind. Näher wird darauf nicht eingegangen, weshalb die Türkische Kulturgemeinde (TKG) als Reaktion auf die Studie in einer Aussendung eine Offenlegung fordert.

"Die Gründung der Mehrzahl der islamischen Kindergärten geht auf eine Gruppe von Organisationen zurück, die als 'Säulen des politischen Islams in Österreich'" gelten könnte. 110 Kindergruppen und 17 Kindergärten lassen sich in Wien nur 5 Namen zuordnen", heißt es in der Erhebung. Die TKG will nun wissen, wer diese fünf Namen bzw. Organisationen sind und warum sich so viele Gruppen auf so wenige Personen konzentrieren.

>>> Lesen Sie hier: Islam-Kindergärten: So ist die Situation wirklich

"Zu welchen politischen Organisationen ordnet die Stadt diese 5 Personen zu? Wie viel Geld ist bis jetzt aus Steuergeldern an diese 5 Personen geflossen? Welche Organisation steht diesen 5 nahe? Werden die Fördergelder nur für die Kindergärten oder für weitere politische Organisationen zur Verfügung gestellt? Und kann die Stadt die politisch theologischen Orientierungen solcher Betreiberorganisationen mit den Zielen der Stadt vereinbaren?", fragt die Kulturgemeinde nach.

Kindergärten dürften nicht "Selbstbedienungsläden der bedenklichen Personen und politisierten Religionsorganisationen sein", so in der Aussendung. Denn wenn "wir jetzt nicht hinterfragen und aufpassen, wird eine ganze Generation leider das ernten, was jetzt falsch gesät wird."

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Überraschende Ergebnisse

Das Fazit der Untersuchung ist übrigens nicht so brisant, wie aufgrund der Vorstudie angenommen, ausgefallen. So ist ein zentrales Ergebnis etwa, dass so genannte Islam-Kindergärten (bei der Begriffsbezeichnung fängt das Problem schon an) nicht zur Segregation beitragen.

Weiterer zentraler Punkt: Sprachliche Barrieren und mangelnde Qualifizierung der Pädagogen, auf die große Herausforderungen zukommen. SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid hat am Donnerstagnachmittag ebenfalls schon reagiert. Sie spricht sich für eine deutliche Erhöhung der Mittel für die Sprachförderung durch den Bund aus. Denn es sei notwendig, den Schwerpunkt auf Sprachförderung und Aktualisierung der Lehrpläne zu legen.

Appell an die neue Regierung

Hammerschmid appelliert an die neue Regierung, den Kindergarten konsequent zu einer vollwertigen Bildungseinrichtung zu entwickeln: "Dazu gehören insbesondere verbindliche pädagogische Qualität, längere Öffnungszeiten, indexbasierte Mittelvergabe im Kindergarten und eine Qualifikationsoffensive für die ElementarpädagogInnen."

Hammerschmid unterstützt den Weg des Wiener Bildungsstadtrates Jürgen Czernohorszky, der die Studie ganz klar als Auftrag sieht, auf wissenschaftlicher Basis Sprachförderung und Integration in den Kindergärten zu verbessern. Diese Maßnahmen müssen konsequent weiterverfolgt werden. "Es bleibt noch viel zu tun, denn es geht um jedes einzelne Kind." (red)