Politik

Islamexperte Ednan Aslan will mehr Offenheit bei Kin...

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:09

In wenigen islamischen Kindergärten gebe es "salafistische Tendenzen". Aber auch in nicht als radikal geltenden Einrichtungen ortet Professor Ednan Aslan "Erziehung, die den Pluralismus und europäische Werte ablehnt". Viele Betreuerinnen seien zudem nicht qualifiziert.

In wenigen islamischen Kindergärten gebe es "salafistische Tendenzen". Aber auch in nicht als radikal geltenden Einrichtungen ortet Professor Ednan Aslan "Erziehung, die den Pluralismus und europäische Werte ablehnt". Viele Betreuerinnen seien zudem nicht qualifiziert.

Die Zahl islamischer Kindergärten in Wien wird auf mehr als 150 geschätzt, die der Kindergruppen auf 450. Genau könne das niemand sagen, da die Stadt den religiösen Background nicht erfasst. Aber bereits 2009 warnte die Initiative Liberaler Muslime vor Parallel-Gesellschaften, die in intransparenten Einrichtungen entstehen könnten.

Ednan Aslan vom Institut für islamische Studien der Uni Wien sagt auf "Heute"-Anfrage: "Leider wollte die Stadt Wien bisher keine gemeinsame Untersuchung durchführen."

. "Ein Viertel ist problematisch", so Aslan zu "Heute". Kindern werde etwa beigebracht, dass andere Religionen minderwertig seien, Pluralismus werde abgelehnt.

Kurz will Einrichtungen mit salafistischem Background "sofort schließen". Stadträtin Sonja Wehsely (SP) zu "Heute": "Wir müssen die Kinder vor Extremisten schützen. Jedem Vorwurf wird nachgegangen, gegebenenfalls Sanktionen gesetzt. Wir werden prüfen, ob die jetzigen Kontrollmöglichkeiten ausreichen." Kindergarten-Schließungen sind laut Wehsely nicht ausgeschlossen.

Nur 5 Betreiber ließen Forscher rein

In seinem Zwischenbericht kritisiert Ednan Aslan "mangelnde Offenheit und Kooperationsbereitschaft". Nur fünf Einrichtungen haben ihre Türen geöffnet, 25 musste er über Homepages und via Elternbefragung analysieren. Die drei Hauptproblemfelder sind:

Sprache und Qualifikation: Deutschdefizite der Betreuerinnen und schlechte pädagogische Ausbildung (Ausbildung in nur acht Stunden) seien keine Einzelfälle.
Religiöser Zugang: Aslan zu "Heute": "Einige Kindergärten haben Strategien entwickelt: Man reicht einen korrekten Lehrplan ein, lehrt dann aber wie in einer Koran-Schule." In Extremfällen werden Andersgläubige als minderwertig betrachtet. Und: Selbstständiges Denken werde verhindert.
Trägervereine: "Einige Trägervereine stehen der Muslimbruderschaft nahe. Auch salafistische Tendenzen haben wir entdeckt", so Aslan. Die Hinterleute würden sich aber hinter Konstruktionen von Vereinen verstecken. Man brauche Insiderwissen, um diese analysieren zu können.

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