Deutschland 

Islamist plante Terroranschlag auf Pro-Israel-Demo 

Der Verdächtige war bei der Terrormiliz ISIS. Er wollte offenbar mit einem Lkw in eine Pro-Israel-Kundgebung rasen und möglichst viele Menschen töten. 

Newsdesk Heute
Islamist plante Terroranschlag auf Pro-Israel-Demo
Tarik S. posiert hier mit einer Spielzeugwaffe.
privat/Apa/picturedesk

Der bereits als Hochrisiko-Gefährder eingestufte Tarik S. (29) wollte offenbar mit einem Lkw, zu dem er leichten Zugang gehabt hätte, in eine Menschenmenge bei einer Pro-Israel Kundgebung in Nordrhein-Westfalen rasen. Ob der Mann bereits eine konkrete Demo im Visier hatte, ist indes nicht ganz klar.

"Osama, der Deutsche" kämpfte für ISIS

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen vorbestraften Islamisten. Wie die "Bild" berichtet, verschwand er 2013 nach Syrien und schloss sich dort der Terrormiliz "Islamischer Staat" an. Unter seinem Kampfnamen "Osama Al Almani", was übersetzt "Osama, der Deutsche" bedeutet, wirkte er mehrmals in Propaganda-Videos mit und posierte unter anderem neben einem enthaupteten Opfer. So wurde Tarik S. zu einer ISIS-Werbefigur.

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    Am Dienstag wurde der Verdächtige in seiner Wohnung in der Duisburger Innenstadt festgenommen.
    Am Dienstag wurde der Verdächtige in seiner Wohnung in der Duisburger Innenstadt festgenommen.
    Christoph Reichwein / dpa / picturedesk.com

    Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 2016 wurde der Islamist vom Staatsschutz am Flughafen Frankfurt verhaftet. 2017 wurde er vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung IS zu fünf Jahren Haft verurteilt, berichten "Spiegel" und "Bild".

    Verdächtiger wollte als Märtyrer sterben 

    Am Dienstag kam es im Zuge eines Anti-Terror-Einsatzes in Duisburg zur Festnahme des Verdächtigen. Der entsprechende Hinweis an die Behörden soll von einem ausländischen Nachrichtendienst gekommen sein. Demnach soll der Duisburger in Chats geschrieben haben, dass er als Märtyrer sterben wolle. Ebenso soll er den Attentäter von Brüssel, der am 16. Oktober zwei Menschen erschoss, gelobt haben, heißt es in einer Lageeinschätzung des Bundeskriminalamts.

    Außerdem soll Tarik S. online gezielt nach pro-israelischen Veranstaltungen sowie dschihadistischen Inhalten gesucht haben. Die Behörden gehen davon aus, dass er Zugang zu einem Lkw hat, den er für den Anschlag hätte einsetzen können.

    Ermittlungen laufen

    Derzeit möchte die Polizei keine näheren Angaben zu den Berichten machen. "Wir können noch nicht bestätigen, dass es sich um die Person handelt, die wir im Auge hatten", so eine Sprecherin. Inzwischen hat die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Terrorverdächtige soll jetzt verhört und seine Wohnung durchsucht werden.

    Die Ermittler wollen dort weitere Beweise für die Anschlagsplanungen finden und klären, ob der Islamist alleine handeln wollte oder Komplizen hat. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hatte der Tatverdächtige Terror-Kontakte in das Ausland. Sollten die Ermittler keine Beweise finden, müssten sie Tarik S. wieder laufen lassen.

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      Melanie Seidl
      red
      Akt.