Wien

Isolierte Wien-Energie-Mitarbeiter dürfen nun heim

Am 7. Jänner zogen 50 Mitarbeiter der Wien Energie freiwillig ins Kraftwerk, um die Versorgung sicherzustellen. Nun wird ihre Isolation beendet.
Louis Kraft
03.02.2022, 12:17

Seit vier Wochen sind 50 Wien Energie-Mitarbeiter an den Kraftwerksstandorten Simmering, Spittelau, Simmeringer Haide und Flötzersteig von der Außenwelt abgeschottet. Damit stellte der Energieanbieter Wien Energie sicher, dass die Wienerinnen und Wiener trotz Ungewissheit über die Entwicklungen der Omikron-Welle zuverlässig mit Strom und Wärme versorgt werden.

Auf Grundlage der Erkenntnisse der letzten Wochen über die Ausprägung und den Verlauf der neuen Coronawelle hat das Unternehmen nun aber entschieden, die Isolation nicht weiter zu verlängern. 

Isolierte Mitarbeiter dürfen Ende der Woche nach Hause

"Ende dieser Woche verlassen die Mitarbeiter die Isolation, wir stellen den Kraftwerksbetrieb unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen in den Regelbetrieb um", erklärt Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl. Er richtete den Mitarbeitern für ihren Einsatz einen ausdrücklichen Dank aus. "Sich mehrere Wochen von Familie und Freunden zu trennen, ist eine schwerwiegende Entscheidung. Durch Ihren Einsatz konnte in diesen unsicheren Zeiten sichergestellt werden, dass die Lichter daheim angehen und die Wohnungen warm sind". 

Als war nicht das erste Mal, dass Wien Energie Mitarbeiter in Isolation sendet, um mögliche Ausfälle zu verhindern. Auch für Schichtleiter Stefan Winkler war es der zweite "Umzug" in die Müllverbrennungsanlage Spittelau (Alsergrund). Wie es ihm ergangen ist, kannst Du hier nachlesen

Quarantäne beendet, aber Schutzmaßnahmen gehen weiter

Die Entscheidung, die Isolation zu beenden, sei nicht leichtfertig getroffen worden, erklärt Alexander Kirchner, Leiter Betrieb und Mitglied des Krisenmanagements von Wien Energie: "Oberste Prämisse ist immer die zuverlässige Energieversorgung der Stadt. Anfang Jänner war der Kenntnisstand zu Omikron noch deutlich geringer. Unsere Praxiserfahrungen zeigen uns heute, dass wir mit hohen Sicherheitsstandards den laufenden Betrieb auch ohne weitere Isolation sicherstellen können. Eine so weitreichende Maßnahme sollte keinesfalls länger andauern als unbedingt notwendig".

Dennoch werden die kontaktlosen Schichtübergaben werden fortgeführt, ebenso die räumliche Trennung der Mitarbeiter in den Leitwarten. Weiter bestehen bleiben auch die bereits fix im Unternehmen verankerten Maßnahmen, wie etwa regelmäßige Tests und 3G-Kontrollen, FFP2-Maskenpflicht, Homeoffice – wo immer möglich – und erhöhte Hygienestandards.

Bisher kaum Omikron-Ausfälle im Unternehmen

Trotz der steigenden Omikron-Infektion blieb Wien Energie bisher eher verschont, es gab nur wenige Ausfälle aufgrund von Corona-Infektionen oder Quarantäne. Bei rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern halten sich die aktiven Fälle im Bereich von ein bis zwei Prozent.

Neben den hohen Schutzmaßnahmen sei auch eine hohe Impfquote im Unternehmen Indikator für die geringen Ausfälle, wurde betont. Komme es dennoch zu einer Infektion, führen die verkürzten Quarantänezeiten dazu, dass systemkritisches Personal selbst bei einem Ausfall relativ schnell zurückkehren kann.

Jetzt E-Paper lesen