Die israelische Armee ist erneut gegen eine Hilfsflotte für den Gazastreifen vorgegangen. Vier israelische Schiffe haben Boote westlich von Zypern an der Weiterfahrt gehindert, das hat die Organisation Global Sumud Flotilla am Montag im Onlinedienst X mitgeteilt. Einige der Schiffe, die im türkischen Marmaris gestartet sind, konnten aber trotzdem weiterfahren. Das türkische Außenministerium wirft Israel einen "neuen Akt der Piraterie" vor.
Rund 50 Schiffe sind am Donnerstag im Südwesten der Türkei losgefahren, um Hilfsgüter an der israelischen Blockade vorbei in den weitgehend zerstörten Gazastreifen zu bringen. Israel spricht von einer "Provokation", an der eine "terroristische Organisation" beteiligt sei. Im Gazastreifen gebe es laut Israel ausreichend Hilfsgüter, die Aktion diene nur der im Gazastreifen regierenden islamistischen Hamas.
Schon Ende April haben israelische Streitkräfte eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. Damals sind 175 pro-palästinensische Aktivisten auf der griechischen Insel Kreta an Land gegangen. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage festgehalten.
Bereits Ende 2025 hat schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder festgenommen und später ausgewiesen.
Im Oktober 2025 ist eine Waffenruhe im Palästinensergebiet in Kraft getreten, trotzdem kommt es immer wieder zu Angriffen und Gewalt. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage im Küstengebiet bleibt laut Hilfsorganisationen weiterhin äußerst prekär.