Friedenspreis für UN-Juristin

"Goebbels applaudiert" – Israel tobt über Nobelpreis

Die Juristin Navi Pillay wird geehrt - sie hatte Israel Völkermord vorgeworfen. Das Außenministerium kontert mit schockierendem Vergleich.
Newsdesk Heute
09.10.2026, 22:30
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Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay, genannt "Navi", erhält den Friedensnobelpreis 2026. Das Nobelkomitee in Oslo würdigt die 85-Jährige für ihren Einsatz für Menschenrechte und gegen Kriegsverbrechen.

Die Entscheidung sorgt jedoch für heftige Reaktionen. Das israelische Außenministerium reagierte mit einer scharfen Stellungnahme auf X: Das Nobelpreiskomitee habe "die größte Lüge des 21. Jahrhunderts" belohnt. Besonders schockierend: "Joseph Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle", schrieb das Ministerium mit Verweis auf den NS-Propagandaminister.

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Wie n-tv berichtet, hatte Pillay zuletzt eine UN-Untersuchungskommission geleitet, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Israels Regierung weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Anschuldigung kürzlich ebenfalls als "größte Lüge des Jahrhunderts" bezeichnet.

Karriere im Kampf für Menschenrechte

Pillay wurde 1941 in Durban als Kind indisch-tamilischer Eltern geboren. Bereits 1973 erreichte sie, dass Anwälte erstmals Zugang zu Häftlingen im Gefängnis auf Robben Island erhielten - dort saß Nelson Mandela zwei Jahrzehnte lang ein.

Ihre Karriere führte sie unter anderem an den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, wo sie als erste Frau tätig war. Später wurde sie UN-Menschenrechtskommissarin.

Internationale Reaktionen gespalten

Während UN, EU und die deutsche Bundesregierung die Entscheidung des Nobelkomitees begrüßten, bleibt die Kritik aus Israel hart. Das Außenministerium bezeichnete die Verleihung als "groteske Instrumentalisierung einer Auszeichnung, um antiisraelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren".

Die Preisüberreichung findet am 10. Dezember in Oslo statt. Pillay widmete den Preis bereits "allen Überlebenden internationaler Verbrechen".

red,09.10.2026, 22:30