Navi Pillay ausgezeichnet

Richterin bekommt Nobelpreis, aber weiß nichts davon

Navi Pillay erhält den Friedensnobelpreis 2026. Doch bei der Bekanntgabe hatte das Komitee sie noch nicht erreicht – das sorgte für kuriose Szenen.
Newsdesk Heute
09.10.2026, 12:05
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Eine Nachricht, die das Leben verändert – doch die Gewinnerin hatte das Nobelkomitee noch nicht erreicht: Navanethem "Navi" Pillay erhält den Friedensnobelpreis 2026. Bei der Bekanntgabe am Freitag war das persönliche Gespräch mit der südafrikanischen Juristin noch ausständig.

Das räumte Jørgen Watne Frydnes, Vorsitzender des Norwegischen Nobelkomitees, vor der Öffentlichkeit ein: "Leider haben wir Navi Pillay nicht erreichen können – soweit ich weiß."

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Frydnes richtete deshalb eine Botschaft an die frisch gekürte Preisträgerin: "Wenn eine norwegische Nummer anruft, bitte heben Sie ab!" Warum Pillay bislang nicht erreichbar war, ist unklar.

Auszeichnung für jahrzehntelangen Einsatz

Geehrt wird Pillay für ihren Einsatz für Frieden und internationales Recht. Laut der offiziellen Mitteilung des Nobelkomitees trug sie wesentlich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden.

Frydnes würdigte auch ihren langen Weg: Seit Jahrzehnten stehe Pillay an der Spitze der Entwicklung des internationalen Rechts. Ihr Einsatz reiche von der Verteidigung Nelson Mandelas und der Gefangenen von Robben Island bis zu bedeutenden internationalen Gerichtsverfahren.

Von Südafrika an die Weltgerichte

Pillay wurde in Durban in eine Familie indisch-tamilischer Herkunft geboren und wuchs unter dem Apartheidregime auf. Als Anwältin stellte sie sich gegen Diskriminierung, Rassentrennung und Ausgrenzung.

Später war sie Richterin am High Court in Südafrika, am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof. Sie übernahm außerdem das Amt der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.

Am Ruanda-Tribunal wirkte Pillay an einer wegweisenden Entscheidung mit: Vergewaltigung und sexuelle Gewalt können Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord darstellen.

Mit dem Friedensnobelpreis wird nun ihr jahrzehntelanger Einsatz für Gerechtigkeit gewürdigt. Der erste persönliche Glückwunsch des Komitees ließ bei der Bekanntgabe allerdings noch auf sich warten.

red,09.10.2026, 12:05