US-Computerpionierin

Mondlande-Legende Margaret Hamilton ist tot

Ihre Software half, Menschen auf den Mond zu bringen. Nun ist Computerpionierin Margaret Hamilton mit 90 Jahren gestorben.
Newsdesk Heute
08.10.2026, 12:41
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Die Raumfahrt verliert eine Wegbereiterin: Margaret Hamilton starb am 30. September mit 90 Jahren, wie das Massachusetts Institute of Technology mitteilte.

Hamilton gehörte zu den Pionierinnen eines Fachs, das sich damals erst in den Kinderschuhen befand. Nach ihrem Mathematikstudium arbeitete sie an Wetterprogrammen und einem Luftverteidigungssystem. Später entwickelte sie mit ihrem Team die Software, die Menschen auf den Mond brachte.

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Im Juli 1969 zeigte sich, wie entscheidend diese Arbeit war. Während Apollo 11 zur Mondoberfläche sank, schlug der Bordcomputer Alarm: Er war überlastet. Ausgerechnet in dieser kritischen Phase drohte ihm die Rechenzeit für die Landung auszugehen.

Doch das Team hatte für solche Probleme vorgesorgt. Die Software erkannte die Überlastung und konnte weniger wichtige Aufgaben stoppen. Damit blieben die entscheidenden Funktionen verfügbar. Die Verantwortlichen gaben grünes Licht, die Landung konnte fortgesetzt werden.

Hamilton verfolgte damals die Gespräche zwischen den Astronauten und der Bodenstation. Später erinnerte sie sich an die jahrelange Vorbereitung und die Verantwortung des Teams. "Es gab keine zweite Chance. Das wussten wir", sagte sie rückblickend.

Apollo 8

Wie wichtig es war, auch Bedienfehler einzuplanen, hatte zuvor Hamiltons Tochter Lauren gezeigt. Die damals Vierjährige spielte mit einem Simulator und startete während eines simulierten Flugs ein Programm, das für die Zeit vor dem Start vorgesehen war. Der Simulator stürzte ab.

Hamilton wollte verhindern, dass dies bei einer echten Mission passieren konnte. Ihr Vorschlag für eine Absicherung wurde zunächst abgelehnt: Die bestens ausgebildeten Astronauten würden diesen Fehler nicht machen, lautete die Begründung.

„Wir mussten einen Weg finden, und das haben wir auch getan. Rückblickend waren wir die glücklichsten Menschen der Welt; wir hatten keine andere Wahl, als Pioniere zu sein.“
Margaret Hamilton

Bei Apollo 8 passierte es dennoch. Astronaut Jim Lovell aktivierte das Programm während des Flugs, woraufhin Navigationsdaten verschwanden. Hamilton und ihr Team mussten helfen. Danach wurden die vorgeschlagenen Änderungen übernommen.

Von der Mondmission zur Unternehmerin

Auch nach Apollo blieb Hamilton der Softwareentwicklung treu und gründete eigene Unternehmen. Ihr Ziel: Systeme, die Fehler möglichst verhindern und zuverlässig funktionieren.

Sie wurde zudem zu einem Vorbild für Frauen in Wissenschaft und Technik. Berühmt wurde eine Aufnahme, auf der sie neben einem hohen Stapel ausgedruckten Apollo-Programmcodes steht – dem Ergebnis der Arbeit ihres Teams.

2016 würdigte Barack Obama ihre Leistungen mit der Presidential Medal of Freedom. Die Auszeichnung gilt als höchste zivile Ehrung der USA. Hamilton hatte dazu beigetragen, die Grundlagen moderner, besonders zuverlässiger Software zu schaffen.

red,Akt. 08.10.2026, 14:47, 08.10.2026, 12:41
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