ISTA-Forscherin federführend

"Zombie-Stern" überlebt Supernova – Bilder verblüffen

Ein Stern überstand seine Explosion. Neue Bilder zeigen riesige Gasknoten im Nebel Pa 30 – ein Team mit österreichischer Beteiligung forscht daran.
Newsdesk Heute
07.10.2026, 14:22
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Im Zentrum sitzt ein "Zombie-Stern", rundherum verlaufen Ketten riesiger Gasknoten: Neue Aufnahmen des Nebels Pa 30 zeigen die Folgen einer ungewöhnlichen Sternexplosion so detailliert wie nie zuvor.

Wie das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) im niederösterreichischen Klosterneuburg berichtet, leitete Forscherin Ilaria Caiazzo die Untersuchung gemeinsam mit Tim Cunningham. Das Team nutzte dafür das Gemini-North-Teleskop auf Hawaii.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Pa 30 gilt als wahrscheinlicher Überrest einer Supernova, die Menschen im Jahr 1181 beobachteten und in japanischen, chinesischen und arabischen historischen Quellen unabhängig dokumentierten.

Bei einer solchen Typ-Iax-Supernova wird der Stern nicht vollständig zerstört. Ein Rest überlebt – daher die Bezeichnung "Zombie-Stern".

Sonnensystem passt zehnmal hinein

Was auf älteren Bildern wie glatte Streifen wirkte, entpuppt sich auf den neuen Aufnahmen des Gemini-North-Teleskops als Reihe dichter Gasknoten – ähnlich einer Perlenkette.

Ihre Ausmaße sind gigantisch: "Jeder einzelne ist groß genug, um die Umlaufbahn des äußersten Planeten unseres Sonnensystems, Neptun, zehnmal mit reichlich Platz dazwischen aufzunehmen", meldet das ISTA.

Pa 30 liegt etwa 7.500 Lichtjahre entfernt – und das einzige bekannte Objekt seiner Art in unserer Galaxie. Ein riesiger Glücksfall, denn nach astronomischen Maßstäben ist das relativ nah an der Erde. Vom Zentrum der Milchstraße trennen uns rund 26.000 Lichtjahre. Die Forscher betonen: Auch wenn diese Distanzen sehr groß klingen, sind sie im Vergleich zu den gewaltigen Dimensionen des Universums gering.

"Wir können aufgrund der Nähe zur Erde so viele Details erkennen. Diese Nähe macht Pa 30 für die Forschung besonders wertvoll", so Ilaria Caiazzo.

Sie und ihr Team vermuten, dass Pa 30 durch die Kollision zweier Weißer Zwerge entstand – extrem dichter, etwa erdgroßer stellarer Überreste, die ihren Brennstoff aufgebraucht und ihre äußeren Schichten abgestoßen haben.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass der überlebende "Zombie-Stern" fast genau im Zentrum des Nebels zu liegen scheint. Das überraschte, denn bei vielen Supernovae verleiht eine asymmetrische Explosion einem möglicherweise überlebenden Stern einen "Kick", der ihn vom Explosionszentrum wegbewegt.

Viele Fragen bleiben offen. Die neuen Details sollen helfen, ähnliche Überreste innerhalb unserer Galaxie aufzuspüren.

red,Akt. 07.10.2026, 14:26, 07.10.2026, 14:22