Lange zeigte sich der Herbst in Österreich von seiner milden Seite. Vielerorts blieb es über Wochen ungewöhnlich warm, die Kälte ließ auf sich warten. Doch jetzt kommt Bewegung in die Wetterlage: Eine Kaltfront zieht auf und beendet die lange milde Phase.
Ausgerechnet rund um den 8. Oktober passt das Wetter damit zu einer uralten Bauernregel. Sie lautet:
„St. Pelei führt Donner und Hagel herbei.“
Seit Jahrhunderten gelten solche Lostage als kleine Wegweiser durch das Wetterjahr. Die Menschen auf dem Land beobachteten, was sich zu bestimmten Tagen im Kalender am Himmel tat, und hielten ihre Erfahrungen in Reimen fest.
Für Donnerstag, den 8. Oktober, kündigt sich in Österreich tatsächlich ein deutlicher Wechsel an. Während es im Osten zunächst noch vergleichsweise mild bleibt, ziehen im Westen bereits dichtere Wolken und Regen auf.
Hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt die heilige Pelagia von Antiochia. Ihr Gedenktag ist der 8. Oktober. Der Überlieferung zufolge lebte Pelagia zunächst als Tänzerin in Antiochia, bevor sie sich dem christlichen Glauben zuwandte, ihren Besitz verschenkte und später als Einsiedlerin am Ölberg bei Jerusalem lebte.
Im bäuerlichen Sprachgebrauch wurde ihr Name zu "Pelei" verkürzt. So blieb sie schließlich in einem kurzen, einprägsamen Wetterspruch erhalten.
Besonders in Tirol macht sich der Wetterwechsel bemerkbar. Dort wird verbreitet Regen erwartet. Im Burgenland startet der Tag dagegen noch teilweise sonnig und trocken, ehe auch dort im Tagesverlauf die Wolken zunehmen und einzelne Regenschauer möglich werden.
Noch einmal kann der Osten Österreichs am Donnerstag sommerlich anmutende Temperaturen erreichen. Im Burgenland sind bis zu 23 Grad möglich, in Niederösterreich liegen die Höchstwerte regional um 20 bis 21 Grad.
Doch danach geht es bergab: Eine Kaltfront erreicht das Land, der Wind dreht auf West bis Nordwest und die Temperaturen gehen zurück. In der Nacht auf Freitag wird es deutlich kühler.
Die alte Bauernregel könnte beim Wetterumschwung durchaus einen Treffer landen. Eine großflächige Hagellage lässt sich aus der aktuellen Prognose allerdings nicht ableiten.
Gewitter und Hagel sind auch im Oktober möglich, wenn warme und kalte Luftmassen aufeinandertreffen. Ob es tatsächlich zu kräftigen Gewittern oder Hagelschauern kommt, hängt jedoch von der konkreten Wetterentwicklung ab.
Die moderne Meteorologie verlässt sich deshalb nicht auf Lostage, sondern auf Wettermodelle und aktuelle Messdaten. Trotzdem ist die Parallele heuer auffällig: Nach dem langen warmen Herbst kommt genau rund um den 8. Oktober der Wetterumschwung.