Der menschliche Körper gibt ständig flüchtige organische Verbindungen an seine Umgebung ab. Diese Stoffe werden von Stoffwechsel, Ernährung und Umwelt beeinflusst.
Doch auch Krankheiten können charakteristische Geruchsspuren hinterlassen.
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben nun geprüft, ob sich solche Muster für eine technische Diagnostik nutzen lassen. Dafür untersuchten sie 24 Personen: jeweils sechs Gesunde sowie je sechs Menschen mit Parkinson, COVID-19 oder milder kognitiver Beeinträchtigung.
Das Team um Thorsten Graunke nahm Abstriche von Nase, Bauchnabel und vom Ohr und analysierte diese mit empfindlicher Lasertechnik, meldet scinexx. Die Infrarot-Spektren der verschiedenen Gruppen zeigten dabei unterschiedliche Muster.
Besonders bei den Nasenabstrichen lagen die Gruppenmittelpunkte von Gesunden, Parkinson-, COVID-19- und kognitiv beeinträchtigten Personen in unterschiedlichen Bereichen. Die Trennung war jedoch nicht vollständig, einzelne Proben überlappten deutlich.
Ein weiterer interessanter Befund: Fünf ausgewählte Wellenlängen erreichten nahezu denselben Abstand zwischen den Gruppen wie ein breites Spektrum. Das könnte künftige Messgeräte kleiner und schneller machen.
Die wichtigste Einschränkung ist die geringe Stichprobe von nur sechs Personen pro Gruppe. Zudem waren Parkinson und milde kognitive Beeinträchtigung vor allem bei älteren Teilnehmern zu finden. Der Einfluss des Alters lässt sich daher nicht sauber von der Diagnose trennen.
Für eine echte medizinische Diagnose ist das Verfahren also noch nicht ausreichend erprobt.
Größere Vergleichsstudien müssen erst zeigen, ob sich mit dieser Methode Krankheiten bei einzelnen Menschen sicher erkennen lassen.