Ist der Ehering weg, geht Philipp auf Tauchstation

Philipp Palenik sucht nach verlorenen Wertgegenständen.
Philipp Palenik sucht nach verlorenen Wertgegenständen.Privat
Was auch immer verloren gegangen ist: Philipp Palenik aus Mattighofen versucht es zu finden - mit Metalldetektor und Tauchanzug.

29 Jahre lang suchte eine Landwirtin aus Mattighofen (Bez. Braunau) nach ihrem Ehering. Sie hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Bis ihr Nachbar Philipp Palenik (er wohnt ebenfalls in Mattighofen) im Sommer letzten Jahres plötzlich vor der Türe stand. "Ich habe mit meinem Metalldetektor leidenschaftlich gern nach verschiedenen Dingen gesucht. Ich habe einfach gefragt, ob ich auf ihrem Grundstück suchen darf", erinnert sich der 27-Jährige im "Heute"-Gespräch.

Und gerade einmal zehn Minuten danach schlug der Metalldetektor auch schon an. Der zweifache Vater hatte etwas gefunden. Und das Fundstück hatte es auch gleich in sich. Denn es handelte sich um den lange vermissten Ehering mit der Gravur des Namen ihres Mannes Herbert. "Als ich ihn ihr zurückgegeben habe, strahlte sie über das ganze Gesicht. Sie konnte es kaum fassen", erinnert sich Palenik.

Daraufhin hat der hauptberufliche Aluminiumschmelzer beschlossen, seine Suchtouren zu intensivieren. Ob an Land oder unter Wasser - der 27-Jährige leidenschaftliche Taucher geht, wann immer es die Freizeit zulässt auf Spurensuche. Im Herbst letzten Jahrs ging dann seine eigene Homepage online. Unter verlorenundfinden.at kann jeder, der etwas vermisst, mit  Palenik in Kontakt treten.

Spenden statt Stundenlohn

Weil es schon seit vielen Jahren sein großes Hobby ist, verlangt der Innviertler nichts für die Aufträge. Wie er selbst sagt, fallen bei weiter entfernten Orten lediglich die Anreisekosten an. Mittlerweile ist sein ehrenamtlicher Suchtrupp auf insgesamt acht Mitglieder angewachsen.

Sein Ziel ist es, künftig in jedem Bundesland Taucher und Sondengeher zu haben. "Wir hatten schon Anfragen aus Tirol, Deutschland und Kroatien. Es ist wichtig, dass man schnell vor Ort ist. Denn je mehr Zeit vergeht, desto eher verschwimmt die Erinnerung und die Personen können den Ort des Verlustes nicht mehr genau eingrenzen", so der 27-Jährige.

Neben Eheringen zählen Taufketten, Kameras und Drohnen zu den am meisten verloren gegangenen Gegenständen. Pro Monat gehen beim Hobbytaucher zwei bis drei Anfragen ein. Doch nicht jede kann auch ganz ernst genommen werden. "Es hat mir auch schon jemand geschrieben und gemeint, er habe den Schlüssel in seinem Haus verloren. Ich solle bitte kommen und ihn suchen", erinnert sich der Familienvater.

Nächster Auftrag in Kroatien

Dafür steht Paleniks nächster Auftrag auch schon fest. Und der führt ihn in den Süden ins rund 700 Kilometer entfernte Zadar in Kroatien. "Wir hätten eigentlich schon früher hinfahren sollen, doch Corona hat es nicht zugelassen", so der 27-Jährige. 

Der Auftrag im Süden: Ein Innviertler hat dort am Strand vor rund drei Jahren seinen Ehering verloren und er will ihn unbedingt wieder haben. "Er bezahlt uns die Anreise und organisiert dort auch Überachtungsmöglichkeiten für uns", sagt Palenik.

Langweilig wird dem Auftragssucher in nächster Zeit ganz bestimmt nicht...

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