St. Pölten verliert seine letzte große Party-Location: Das "La Boom" schließt nach 24 Jahren endgültig seine Türen. Damit verschwindet die letzte Disco der niederösterreichischen Landeshauptstadt.
Insgesamt bestand das "La Boom" über 24 Jahre lang, Betreiber Ivo Schauer (38) hat das Lokal erst im Frühling 2024 mit Heinz Laubert und einem weiteren Geschäftspartner gekauft. Dass nun schon wieder Schluss ist, liege aber nicht an fehlendem Willen, sagt er gegenüber "Heute", sondern an Bedingungen, gegen die klassische Diskotheken immer schwerer ankommen – mehr dazu hier.
Das Clubsterben macht damit auch vor St. Pölten nicht halt. Nach dem Aus von Nachtlokalen in Ybbs und Tulln trifft es nun auch die Landeshauptstadt – ein Trend, der sich seit einigen Jahren abzeichnet.
Viele Gäste wollen die letzten Abende nutzen, um sich von "ihrem" Lokal zu verabschieden, wie auch ein Lokalaugenschein von "ORF NÖ" zeigt.
Am 2. Mai ist endgültig Schluss – für viele Stammgäste bedeutet das mehr als nur das Ende eines Lokals. Es gehe ein Stück Lebensgefühl verloren. Ob die junge Generation das Feiern verlernt habe? Betreiber Ivo Schauer widerspricht gegenüber dem "ORF NÖ": "Nein, das würde ich nicht sagen".
Er sieht die Gründe woanders: "Durch die Veränderung des Vereinsgesetzes sind die Veranstaltungen von diversen Vereinen über das ganze Jahr ausgedehnt worden. Auch im Winter finden diese statt und unter diesen Voraussetzungen gibt es kein Fairplay."
Die Zahlen sprechen für sich: Während früher mehr als doppelt so viele Gäste kamen, sind es heute an guten Abenden rund 400 Besucher. Für viele Stammgäste ist das Aus schwer zu verkraften. Eine Besucherin etwa habe im "La Boom" ihren Ehemann kennengelernt – heute sind sie seit 14 Jahren verheiratet. Auch eine weitere Besucherin verbindet viele Erinnerungen mit der Disco. Mit der Schließung verschwinde "ein ganzes Lebensgefühl", sagt sie – es sei sehr schade, dass das Lokal zusperrt.
Ein langjähriger Besucher will die letzten Tage noch auskosten: "Das Lokal ist mein Leben, ich war viele Jahre lang hier, und das jede Woche." Auch für einen Erstbesucher sei das Aus "echt tragisch".
Als Gründe für das Disco-Sterben werden auch veränderte Gewohnheiten genannt. "Ich glaube, dass die jungen Leute viel zu Hause feiern, das hat sich alles verschoben", heißt es. Andere sehen die steigenden Kosten als Problem: Ausgehen sei "einfach nur viel Geld".
Schauer sieht vor allem Konkurrenz durch günstige Alternativen: "Der letzte Abend steht nicht für das Ende, sondern für alles, was in 24 Jahren Partygeschehen erlebt worden ist."