Diskothek "La Boom" vor Aus

Club-Betreiber: "Vereinsfeste schuld am Disco-Sterben"

Mit dem "La Boom" ist St. Pölten im Mai seine letzte Disco los. 20 Mitarbeiter des Kult-Lokals verlieren dabei ihre Arbeit.
Victoria Carina  Frühwirth
23.04.2026, 09:07
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Noch dröhnt der Bass im "La Boom" in St. Pölten, doch bald ist damit Schluss: Ende Mai muss die St. Pöltner Kult-Diskothek zusperren. Für viele Gäste ist es das Ende eines liebgewonnenen Feierlokals mit Erinnerungen an ihre eigene Jugend und Fortgehzeit ("Heute" berichtete).

Vereinsclubbings sind starke Konkurrenz

Insgesamt bestand das "La Boom" über 24 Jahre lang, Betreiber Ivo Schauer (38) hat das Lokal erst im Frühling 2024 mit Heinz Laubert und einem weiteren Geschäftspartner gekauft. Dass nun schon wieder Schluss ist, liege aber nicht an fehlendem Willen, sagt er gegenüber "Heute", sondern an Bedingungen, gegen die klassische Diskotheken immer schwerer ankommen.

"Der Diskothekenbranche gehen die Gäste aus", fasst Schauer zusammen. "Früher gab es vielleicht einmal jährlich ein Feuerwehrclubbing oder ein Perchtenclubbing. Aber diese Vereinsclubbings am Land sind jetzt fast jedes Wochenende. Das nimmt uns unsere Kundschaft weg. Letztlich sind Vereinsfeste schuld am Diskotheken-Sterben."

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Konkurrenz spart sich teure Kontrollen

Dazu komme, dass Diskotheken unter ganz anderen wirtschaftlichen Voraussetzungen arbeiten müssten als viele Vereinsveranstaltungen. "Neben den hohen Energiekosten in einer Diskothek haben wir viel teurere Sicherheitsüberprüfungen und aufwendigere Kontrollen als bei einem Vereinsclubbing", weiß der Betreiber. Das belaste den laufenden Betrieb massiv.

Die Auswirkungen seien deutlich spürbar. Schauer schätzt, dass das "La Boom" rund 20 Prozent der Kundschaft durch die Coronapandemie und das Rauchverbot in Innenräumen verloren habe. "Die starke Mehrheit, das sind 80 Prozent der Gäste, verlieren wir aber an diese massiven ländlichen Vereinsclubbings", ärgert sich Schauer.

Zukunft für "La Boom" ungewiss

Mit dem Aus endet nicht nur der Betrieb eines Lokals, sondern auch der Arbeitsalltag vieler Menschen. Neben Schauer gibt es im "La Boom" zwei weitere Betreiber, dazu rund 20 Mitarbeiter. "DJs, Putzfrauen, Kellner und Securitys: Alle müssen wir mit Ende Mai abmelden", sagt er. Für das gesamte Team beginnt damit eine Zeit der Unsicherheit.

"Was nach Mai mit uns oder dem 'La Boom' passiert, wissen wir noch nicht", sagt Schauer gefasst. Auch deshalb will die Diskothek am 2. Mai noch einmal voll aufdrehen: Da findet ein letztes Event, "Der letzte Tanz" statt.

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Das "La Boom" schreibt auf Facebook: "Vielleicht war es dein erstes Mal feiern. Vielleicht dein Stammplatz jedes Wochenende. Das hier ist wirklich das letzte Mal. Ein letzter Tanz, ein letzter Rausch, ein letztes Kapitel. Wir feiern nicht nur das Ende, wir feiern alles, was war. Danke an jeden einzelnen von euch, der Teil dieser Geschichte war."

{title && {title} } VF, {title && {title} } Akt. 23.04.2026, 09:10, 23.04.2026, 09:07
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