Ungesunde Ernährung soll tödlicher sein als Rauchen

Im Jahr 2017 sollen elf Millionen Menschen an den Folgen ungesunder Ernährung gestorben sein, so eine Studie. Eine Aussage, die jedoch mit Vorsicht zu behandeln ist.
Laut einer im Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie soll jeder fünfte Todesfall die Folge schlechter Ernährung sein. Die Forscher versuchten, den Einfluss einzelner Faktoren in der Ernährung zu eruieren.

Mehr Todesfälle als bei Tabakkonsum

Sie versuchten, einen Optimalwert zu errechnen und zu berechnen, ab wann eine Abweichung davon riskant wäre bzw. das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes und einem vorzeitigen Tod erhöht würde. Für das Jahr 2017 bedeutet das ausgerechnet, dass elf Millionen Todesfälle und 255 Millionen in Krankheit verbrachte Lebensjahre auf die Ernährung zurückzuführen sein sollen. Die häufigsten Todesursachen waren Herzkreislauferkrankungen und Krebs. Zum Vergleich: Bei Tabakkonsum nimmt man an, dass im gleichen Jahr acht Millionen Todesfälle darauf zurückzuführen seien. Die größten Risiken sind zu hoher Salzkonsum, zu wenig Vollkorn, zu wenig Obst, zu wenig Nüsse und Samen.

Was ist gesund, was nicht?

Dabei standen 15 Nahrungskomponenten im Fokus der Forschung. 10 davon stuften sie als gesund ein:

Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte

CommentCreated with Sketch.18 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Vollkorn, Ballaststoffe, Nüsse und Samen

Kalzium, Milch

Omega-3-Fettsäuren, mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Folgende fünf wurden als ungesund kategorisiert:

rotes Fleisch, Wurst

zuckerhaltige Getränke

Transfettsäuren

Salz



Der Schwachpunkt der Wissenschaft


Die Beobachtung beruht allerdings lediglich auf Befragungen. Im Anschluss werde über die Jahre hinweg erfasst, wie viel Prozent der Personen erkrankten oder starben. Solche Untersuchungen können zwar auf Verknüpfungen hinweisen, aber keine (!) ursächlichen Zusammenhänge beweisen. Bei umgekehrter Ursachensuche anhand von Beobachtungsstudien würde der Verzehr von Nüssen bewirken, dass man 1,7 bis 4 Jahre länger lebt. Hier gibt es in der Wissenschaft noch genauso große Zweifel wie daran, wie sich Salzkonsum auswirkt.

(GA)

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