Pippo Pollina singt auf Italienisch, spricht fließend Deutsch und verbindet am liebsten die Kulturen mit seiner Musik. Der Sänger aus Sizilien ist bekennender Pazifist, als junger Mann verweigerte er den Militärdienst.
Mit seinem neuen Album "Fra guerra e pace" (Zwischen Krieg und Frieden) nähert er sich nun dem aktuellen Thema. "Im Moment erleben wir eine sehr komplexe Zeit. Das Wort Krieg hat plötzlich wieder eine wichtige Rolle bekommen", bedauert er im "Heute"-Gespräch.
"Die ängstliche Stimmung darf aber nicht überhand nehmen", hofft Pollina. Am 27. Jänner startet der Musiker, der mehr als 400 Lieder geschrieben hat, seine Österreich-Tour im Wiener Konzerthaus. "Ich bin aus Prinzip fleißig", freut er sich darauf, mit seinen Songs zu berühren
Es war für den Italiener, der schon lange in der Schweiz lebt, an der Zeit, wieder ein Konzeptalbum zu schreiben. "Die Friedenskultur, die seit 80 Jahren so gepflegt wurde, ist nun bedroht. Es ist gar nicht so einfach, das in der Musik zu thematisieren", so der Musiker.
Die neuen Songs konfrontieren Hörer mit grausamer Geschichte und Gegenwart. "La notte dei cristalli" (Die Kristallnacht) ist ein Lied, das er für dieses Album gemeinsam mit seinen beiden Kindern, Singer-Songwriter FABER und Madlaina Pollina, aufgenommen hat. Es ist das erste Mal, dass die drei gemeinsam zu hören sind. "Das Leben geht weiter, mit all seinen Widersprüchen. Man hat trotzdem Perspektiven."