"Ich werde diesen Tag nie vergessen", sagt Emal. Er spricht vom 3. Juni, jenem Tag an dem seine Tochter dem Tod nur knapp entronnen war. Die Siebenjährige war mit einer Freundin in der Donau, als sie die Kräfte verließen und sie unterging. Nur dank des couragierten Einsatzes dreier Wiener überlebte Jasmin – wir berichteten.
Mit "Heute" sprach ihr Vater über den schicksalshaften Tag: "Ich war in der Arbeit, meine Frau zuhause", erinnert er sich. "Eine Nachbarin fragte, ob Jasmin mit ihr und ihrem Kind spazieren gehen möchte und sie sagte zu. Von der Donau war nie die Rede. Hätten wir das gewusst, hätten wir sie nicht gehen lassen, denn sie kann nicht schwimmen!"
Wenige Stunden später erreichte den Vater ein Anruf: "Es war eine unbekannte Frau. Sie meinte, mein Kind wäre untergegangen, konnte aber gerettet werden", so Emal. "Ich war völlig im Schock und habe nur gesagt 'gebt mir meine Tochter, ich will mit meiner Tochter sprechen!' Sie gaben ihr den Hörer und sie sagte 'Papa, ich war im Wasser, aber alles ist ok'."
Gemeinsam mit seiner Frau machte sich Emal sofort auf den Weg ins Krankenhaus, wohin die Tochter von der Wiener Berufsrettung gebracht wurde. Acht Tage lag Jasmin im Spital, ihre Brüder (10 und 11 Jahre alt) und die Eltern stets bei ihr: "Wir haben viel geweint, waren alle geschockt. Ich habe eine Woche lang kaum gegessen oder getrunken", erzählt der Vater und betont: "Alle im Spital waren so toll, ich danke ihnen sehr."
Mario Krammel, Chefarzt der Berufsrettung Wien gibt folgende Tipps, um Badeunfälle zu vermeiden:
- Schwimmkurse und Erste Hilfe-Kurse besuchen
- Baderegeln beachten
- nicht alleine oder unter Substanzbeeinträchtigung schwimmen
- nur an beaufsichtigten oder bekannten Stellen baden
- Abkühlen vor dem Gang oder Sprung ins kalte Wasser
- stets in der Nähe der Kinder bleiben
- Unfälle passieren nicht nur beim Schwimmen! Pools oder Gewässer absichern
- auch seichtes Wasser kann zur Gefahr werden
Die kleine Jasmin hatte Glück im Unglück: Dank des beherzten Einsatzes ihrer Retter leidet sie an keinen Folgeschäden. "Die raschen und korrekten Ersthelfermaßnahmen waren sicher ausschlaggebend dafür, dass es Jasmin jetzt wieder so gut geht", zeigen sich die beiden Notfallsanitäter Konstantin und Daniel überzeugt. "Sie ist wieder wie früher, es ist ein Wunder", strahlt der Papa. "Die drei Retter haben alles für meine Tochter gemacht, wir sind so dankbar". Bei Emanuel konnte er sich bereits persönlich bedanken, Paolo und Judith will er nun unbedingt noch sehen: "Ich will ihnen persönlich sagen wie dankbar ich bin und sie einladen. Sie sind herzlich willkommen!"