Je 8 Jahre für Ex-Cop und Komplizin nach Überfall

Ein ehemaliger WEGA-Beamter und seine 35-jährige Komplizin sind am Dienstag wegen des Überfalls auf einen Geldtransporter zu je acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Duo hatte beim Überfall auf einen Geldtransporter in der Nacht auf den 23. September 2013 in Wien-Alsergrund rund drei Millionen Euro erbeutet. Der Drahtzieher, der für seine Komplizin "wie ein Engel" war, wollte laut eigener Aussage mit der Beute ein Kinderhilfsprojekt in Afrika finanzieren.

Ein ehemaliger WEGA-Beamter und seine 35-jährige Komplizin sind am Dienstag wegen des Überfalls auf einen Geldtransporter zu je acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Duo hatte rund drei Millionen Euro erbeutet. Der Drahtzieher, der für seine Komplizin "wie ein Engel" war, wollte laut eigener Aussage mit der Beute ein Kinderhilfsprojekt in Afrika finanzieren.

Die beiden Räuber, die in der Nacht auf den 23. Dezember 2013 einen Geldtransporter in Wien-Alsergrund überfallen und dabei rund drei Millionen Euro erbeutet hatten, sind am Dienstag im Straflandesgericht zu jeweils acht Jahren Haft verurteilt worden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die Verteidiger meldeten Rechtsmittel an bzw. erbaten Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

"Wir glauben Ihnen das Motiv, dass Sie Kindern in Afrika helfen wollten", führte die vorsitzende Richterin Claudia Zöllner in der Urteilsbegründung aus. Dies sei "nichtsdestotrotz kein achtenswerter Beweggrund" und daher bei der Strafbemessung nicht als mildernd berücksichtigt worden. Mildernd wurden Gabriel E. (49) und Tamara S. (35) ihre bisherige Unbescholtenheit, die geständige Verantwortung und die teilweise Schadensgutmachung angerechnet. Erschwerend war demgegenüber "die lange, professionelle Vorbereitungszeit".

Die werden. Der Hauptangeklagte und mutmaßliche Drahtzieher, Gabriel E. (49), Ex-Polizist bei der WEGA, wollte damit seinen Angaben zufolge ein Kinderdorf für Halbwaisen und Waisen in Gabun aufbauen.

Wollte neues Leben in Afrika beginnen

Die 35-jährige Tamara S. hatte sich von dem Mann zum Mitmachen überreden lassen. "Ich habe mich damals in einem tiefen Loch befunden", erklärte die 35-Jährige dem Schöffensenat (Vorsitz: Claudia Zöllner). Sie habe eine Beziehung mit einem verheirateten Mann, einem Kollegen, hinter sich gehabt und in Folge dessen auch ihren Job verloren. Mit Gabriel E. habe sie alles besprechen können: "Er war für mich wie ein Engel. Ich hab' ihm mein Leben anvertraut. Ich hab' gewusst, dass mir nichts passieren kann."

Nach Schussverletzung Dienst quittiert

Der Mann hatte nach einer Schussverletzung den Polizeidienst quittiert und eine Sicherheitsfirma gegründet. Die Jahre zwischen 2006 und 2010 verbrachte der Ex-Polizist aus beruflichen Gründen großteils in Gabun und Äquatorialguinea. Die Armut, die er dort erlebte, setzte ihm zu: "Die Menschen dort, die haben nichts." Er unterstützte Bedürftige nach Kräften, doch seine Mittel waren nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. "Bettelbriefe", die er an reiche und vermögende Leute verschickte, blieben unbeantwortet.

Als er 2010 nach Österreich zurückkehrte, reifte in ihm der Entschluss, selbst initiativ werden zu müssen. In einer Kirche, die er regelmäßig besuchte, lernte er seine nunmehrige Mitangeklagte kennen, die damals noch bei "Loomis" arbeitete. Er sprach sie eines Tages an, ob sie bei einem Raubüberfall mitmachen wolle, um "Blue Sky Village" realisieren zu können.

Nach einer Woche zugesagt

"Sie hat eine Woche nachgedacht und zugesagt", gab der 49-Jährige zu Protokoll. Dabei habe die Frau nicht einmal gewusst, wo Äquatorialguinea liegt: "Sie hat geglaubt, das ist in Südamerika." Sie habe auch keine Fremdsprachen beherrscht: "Aber um Menschen zu helfen, braucht man nicht die Sprache sprechen."

Tamara S. war ihm dabei eine große Hilfe. Als Ex-Mitarbeiterin kannte sie die Sicherheitssysteme und konnte sich auch nach dem Ausscheiden aus der Firma die Fahrrouten der Geldtransporter besorgen. Ihr Zutrittscode war weiter gültig, weshalb sie einfach weiter auf das Firmengelände marschieren konnte.

Wachbedienstete standen Todesängste aus

Die beiden überfallenen "Loomis"-Angestellten standen Todesängste aus, gaben ihre Rechtsvertreter zu Protokoll. Die Angeklagten bedrohten den Fahrer und die Beifahrerin mit einer Pistole und einer Softgun. Die Täter hätten sie nicht nur gefesselt und ihnen Wollhauben über die Köpfe gezogen: "Sie sind schwer traumatisiert. Man hat ihnen auch einen Mistkübel mit Flüssigkeit über den Kopf geleert. Sie dachten, sie werden angezündet."

Laut Anklage passten die beiden Angeklagten, die privat nicht liiert waren, am Tag vor Weihnachten auf der Nußdorfer Straße gezielt einen Transporter ab. Tamara S. kannte die Beifahrerin persönlich und wusste, dass diese nicht bewaffnet war.

Angeklagter überwies Opfern 10.000 Euro

Gabriel E. hat nach seiner Festnahme von sich aus den zwei Opfern eine finanzielle Gutmachung von 10.000 Euro überweisen lassen. Klaus Ainedter, der Verteidiger der angeklagten Frau, übergab im Verhandlungssaal 2.000 Euro, welche die Familie der Frau gesammelt hatte.

Außerdem verfasste die 35-Jährige an die Opfer gerichtete Gedichte, die Ainedter ebenfalls weiterleitete. Als die Angeklagte sich bei ihr entschuldigen und das Gedicht überreichen wollte, reagierte die 27-Jährige ungehalten: "Warum hast du das getan? Du hast mir mein ruhiges Leben weggenommen."

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