Der Handelsverband begrüßt zwar die am Mittwoch bekannt gewordene Aufstockung der Corona-Wirtschaftshilfen um 430 Millionen Euro, deutet aber an, dass dies für viele Betriebe zu spät kommen könnte. Eine Umfrage zeige, dass bereits bei den geöffneten Geschäften jeder Vierte (26 Prozent) derzeit noch nicht alle fälligen Rechnungen bezahlen kann. Vier von zehn Händlern haben akute Liquiditätsprobleme, so der Verband. Noch schlimmer: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller österreichischen Händler geht davon aus, das nächste halbe Jahr nicht zu überstehen.
Die kurze Dauer der Öffnung und offene Vereinbarungen über die Miethöhe, fehlende Mittel für den Warenankauf und Sozialversicherungs- sowie Kreditzahlungen, "aber auch ausbleibende Kunden führen bei mehr als einem Drittel aller heimischen Händler zur Prognose, das nächste halbe Jahr nicht überstehen zu können", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Knapp zwei Drittel der Betriebe dürften die Krise nach eigener Einschätzung überleben, allerdings mit teils gravierenden finanziellen Einbußen, heißt es. Vier von zehn Händlern haben akute Existenzängste. 22.500 österreichische Geschäfte mussten seit Beginn der Pandemie insgesamt bis zu 90 Einkaufstage geschlossen halten, so der Handelsverband. Während der drei harten Lockdowns habe die Branche Umsatzverluste von bis zu einer Milliarde Euro pro Woche verkraften müssen.