Vor zwei Monaten bejubelte die SPÖ ihren Erdrutsch-Sieg in Kärnten. Plus 8,4 %, Haiders Erbland wurde zum roten Kaiser-Reich. Politik kann manchmal himmlisch sein. Gestern dann die Götterdämmerung: Minus 15,8 % in Salzburg, Landeschefin Burgstaller weg. Politik kann manchmal grausam sein.
Die ÖVP verlor 7,3 %, gilt trotzdem als Sieger. Politik kann manchmal seltsam sein. Die FPÖ legte zu, aber euphorisiert die Protest-Wähler nicht mehr. Politik kann manchmal erstaunlich sein. Die Grünen fanden dreimal
so viel Wähler, wurden (nach Innsbruck) auch in Salzburg-Stadt Nr. 1. Politik kann manchmal revolutionär sein.
Natürlich, es war eine Salzburg-Wahl. Und natürlich hat das Finanzdebakel sie entschieden. Aber seit gestern ist klar: Die Zeit der Stammwähler ist endgültig vorbei. Für die Nationalratswahl in 142 Tagen heißt das: Jeder kann jeden für sich gewinnen (oder verlieren). Oder auf Salzburgerisch: Politik kann manchmal blitzschnell sein.