In jedem zweiten Hendl steckt Durchfallerreger

Bereits wenige Bakterien reichen um infiziert zu werden. Waschen kann die Sache noch verschlimmern.

Der Appetit dürfte vielen bei dieser Information vergehen: Bei einer Überprüfung, die vom deutschen Verbraucherschutz durchgeführt wurde, enthielten 51,8 Prozent aller Geflügel-Proben gefährliche Erreger. Konkret waren sie vom Campylobacter betroffen - einem Durchfallerreger.

Eine besorgniserregende Entwicklung, sieht man sich die Zahlen der letzten Jahre an. So waren 2011 "nur" 31,6 Prozent der Proben vom Bakterium kontaminiert. Besonders schlimm scheint die Situation an Schlachthöfen zu sein. Dort sind knapp 80 Prozent Geflügel vom Durchfallerreger befallen.

Chlor um Keime zu entfernen?

An und für sich besteht keine Infektionsgefahr, sofern das Hendl gekocht oder gebraten wird. Das Bakterium stirbt nämlich wenn das Fleisch erhitzt wird. Dennoch kann man sich besonders schnell anstecken. Und zwar wenn man das Geflügel wäscht. Denn dabei kann sich der Erreger durch Spritzwasser in der Küche verteilen. Werden Schneidbretter oder Messer von den Bakterien befallen, reicht das schon aus, um eine Lebensmittelvergiftung auszulösen.

Die Bundesregierung dabei auf eine schriftliche Anfrage des Grünen-Fraktionschefs Anton Hofreiter. Nun wird von ihm mehr Hygiene auf Schlachthöfen gefordert. Dabei nimmt er die Regierung in die Verantwortung: "Entscheidend ist, dass Schlachthäuser besser kontrolliert und zu verbesserten Hygienemaßnahmen verpflichtet werden."

Bundesverband des Lebensmittelhandels reagierte bereits und wies daraufhin, dass durchbraten und durchkochen unerlässlich sei. In den USA würde man die Keime mit Chlor beseitigen, dies sei innerhalb der EU jedoch nicht erlaubt. (slo)

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