In Genua haben nach dem verheerenden Hochwasser, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen, die Aufräumarbeiten begonnen. Die Bevölkerung ist erzürnt: Offenbar wurde in Teilen der Stadt gebaut, in denen wegen Überschwemmungsgefahr nicht gebaut hätte werden dürfen.
Auch in der Nacht auf Sonntag gingen in Ligurien und dem Piemont wieder sintflutartige Regenfälle nieder. Befürchtet wird, dass der Po - Italiens längster Fluss - über die Ufer treten könnte. 1500 Personen wurden wegen der Unwetter evakuiert.
Fahrlässige Tötung
In Genua haben indes die Aufräumarbeiten nach den schweren Überschwemmungen begonnen. Während sich Feuerwehrleute daran machen, die Schlammmassen aus dem Zentrum zu entfernen, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.
Die Ankläger sprechen von "fahrlässiger Tötung"! In einigen Teilen der Stadt hätte wegen Hochwasser-Gefahr nicht gebaut werden dürfen. Trotzdem entstanden Häuser; mutmaßlich ohne Genehmigung.
Zwei Kinder, vier Erwachsene tot
Riesige Wasser-und Schlammmassen, die plötzlich durch eine Straße in der Innenstadt strömten, erdrückten in Genua vier Frauen und zwei Kinder, die in einem Hauseingang Zuflucht gesucht hatten. Das jüngste Opfer war erst elf Monate alt. Die Wassermassen drückten Schaufenster ein, Schlamm und Trümmer rissen zahllose Fahrzeuge mit.
Protest gegen Bürgermeisterin
Empörte Bürger beschimpften am Samstag die Genueser Bürgermeisterin Marta Vincenzi und beschuldigten sie, keine Vorbeugemaßnahmen ergriffen zu haben, obwohl seit Tagen heftige Regenfälle angesagt waren. Der Papst sprach den Familienangehörigen der Opfer sein Beileid aus.
Erst vor zehn Tagen hatten verheerende Unwetter die Regionen Ligurien und Toskana heimgesucht, bei denen zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Laut Wetterexperten wird das schlechte Wetter im Norden zumindest noch über das Wochenende anhalten.
Red./APA