Jetzt kommt die Kälte direkt vom Nordpol

Der Donnerstag begann vielerorts sonnig. Doch in der Nacht ziehen Wolken auf. Die Vorboten eines Kälteeinbruchs, der für Obstbauern gefährlich ist.

Der Frühling will sich einfach nicht recht durchsetzen. Auch nach dem warmen 1. Mai bleibt es nicht lange freundlich. Der Donnerstagmorgen war zwar mancherorts wolkenlos, doch schon in der Nacht auf Freitag geht der Temperatursturz von Westen her los. Von zuerst bis 23 Grad wechselt das Wetter zu einzelnen Regenschauern am Freitag, es gibt noch bis zu 19 Grad.

Dass es dann nochmals richtig kalt wird, liegt an einem Tief über Skandinavien. Es bringt kalte Luft direkt vom Nordpol Richtung Österreich. Weil sie über das Meer zieht, ist sie auch entsprechend feucht. Und von mildem Frühlingswetter ist noch immer nichts in Aussicht. Zwar wird es Mitte nächste Woche wieder wärmer, dafür steigt auch das Regenrisiko wieder an.

Am Wochenende kommt der Schnee

Richtig unfreundlich wird es ab dem Wochenende, es gibt sogar eine Wetterwarnung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Der Samstagmorgen verläuft aus heutiger Sicht noch trocken, gegen Mittag beginnt es aber von Westen her zu regnen. Bei lebhaftem Nordwestwind werden 10 bis 12 Grad erreicht.

In der Nacht auf Sonntag schneit es dann bis in viele Täler. "Am Sonntag in der Früh kann es überall im Bergland weiß sein. In Orten ab rund 600 Meter Seehöhe sind etwa 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee zu erwarten", sagt Alexander Radlherr von der ZAMG. Die Schneefallgrenze steigt im Laufe des Tages auf 700 bis 1200 Meter Seehöhe. In den Gipfelregionen Österreichs kommen bis Montag in der Früh rund 50 bis 80 Zentimeter Neuschnee zusammen.

Probleme durch Neuschnee

Der späte Neuschnee kann besonders am Sonntag stellenweise Probleme auf Straßen und Bahnverbindungen sowie in der Stromversorgung bringen. "Auf höhere gelegenen Straßen muss man am Sonntag mit winterlichen Fahrbedingungen rechnen. Dazu gehören auch Hauptverbindungen wie die Brennerautobahn und die Tauernautobahn", sagt Radlherr.

"Außerdem fällt der Schnee bei Temperaturen um die null Grad und ist daher nass und schwer. Da die Bäume bereits Blätter haben, kommen hier hohe Schneelasten zusammen und Äste können brechen oder Bäume umstürzen."

Sehr ungewöhnlicher Kaltlufteinbruch

Kaltlufteinbrüche kommen in Österreich selbst im Mai alle paar Jahre vor. Darauf beruhen auch Bauernregeln wie die Eisheiligen. Die Kälte am kommenden Sonntag ist aber sehr ungewöhnlich.

"Wie erwarten am Sonntag zum Beispiel in Innsbruck eine Höchsttemperatur im Bereich von 4 oder 5 Grad. Das ist sehr nahe am Kälterekord. Der kälteste Tag in einem Mai war an der Wetterstation Innsbruck-Universität der 1. Mai 1945 mit einer Höchsttemperatur von 3,6 Grad. Die Messdaten in Innsbruck reichen immerhin bis 1877 zurück", so Radlherr.



Bauern zittern vor Frost

Am Montag kann es im Großteil Österreichs schon etwas auflockern. An der Nordseite der Alpen regnet oder schneit es noch zeitweise, bei einer Schneefallgrenze zwischen 800 und 1.000 Meter. Mit Nachmittagstemperaturen zwischen sieben und 13 Grad ist es am Montag um etwa fünf bis zehn Grad zu kalt für Anfang Mai. Am Dienstag und am Mittwoch zeigt sich die Sonne öfter und es wird etwas milder. In den Nächten ist es aber sehr kalt, zum Teil auch frostig.

Aus Sicht der Obstbauern wird der Wochenbeginn also wohl der Tiefpunkt des Kälteeinbruchs. Der Frost kann den Obstpflanzen zusetzen. Bereits im April 2017 kämpften zahlreiche Bauern gegen Frostschäden.

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