Der LASK steht vor dem Double! Die Linzer Cupsieger schlugen am Sonntag in der vorletzten Runde der Meistergruppe Salzburg auf der ausverkauften Gugl 2:1 und warfen die "Bullen" damit endgültig aus dem Rennen – die dritte titellose Saison in Folge ist beim ehemaligen Serienmeister fix.
Titelverteidiger Sturm siegte indes in Hartberg 4:2 und blieb vor dem großen Finale kommende Woche bis auf zwei Punkte am LASK dran. Aber: Dem Team von Didi Kühbauer reicht kommende Woche bei der Wiener Austria schon ein Remis zum Meisterteller. Sturm muss gegen Rapid gewinnen und auf Austria-Schützenhilfe hoffen.
In der Raiffeisen Arena startete der Tabellenführer wie schon zuletzt beim 3:1-Sieg gegen Rapid unsicher. Salzburg präsentierte sich als bissigeres Team, eroberte immer wieder Bälle durch hohes Pressing. Die Linzer schienen ob der historischen Chance verunsichert – es wäre die erste Meisterschaft seit 1965.
Salzburg verpasste es zwei Mal in Person von Yorbe Vertessen, die Führung zu erzielen, die Linzer überstanden die holprige Phase. Dann prägten zwei weite Einwürfe die erste Hälfte und besiegelten die spätere Niederlage der "Mozartstädter". Liga-Topscorer Moses Usor warf von links in den Strafraum ein, João Tornich verlängerte per Kopf, im Zentrum vollendete Samuel Adeniran unkonventionell zum 1:0 (33.). Nur drei Minuten später klärte Salzburg einen Einwurf zu kurz. Andres Andrade traf aus der Distanz die Latte, Kasper Jörgensen verwertete am langen Eck den Nachschuss (36.).
Die Stimmen
LASK-Torschütze Kasper Jörgensen: "Es ist der nächste Sieg für uns. Leider haben wir den Titel nicht holen können. Hoffentlich schaffen wir es nächste Woche."
LASK-Kapitän Sascha Horvath: "Zweite Halbzeit war es zach, aber wir haben gewonnen."
Darauf angesprochen, dass der Ex-Austrianer in Wien-Favoriten Meister werden könnte: "Ich habe meine Kindheit und Jugend dort verbracht. Aber in meinem Kopf ist nur der LASK. Meine Freundin ist aus Linz, mein Kind ist in Linz zur Welt gekommen. Ich kann mir schon was in Linz suchen. Wir werden es darauf anlegen, das Spiel zu gewinnen. Auf 0:0 gehen, ist nie eine gute Idee."
Trainer Didi Kühbauer über Topscorer Moses Usor, der auf Krücken zu sehen war: "Es hat mit dem Knie zu tun. Er wird nächste Woche garantiert ausfallen. Mir gehts aber nicht um das Spiel sondern um den Mo. Ich hoffe, dass es keine Kreuzbandverletzung ist. Aber es wird eine Verletzung sein."
Salzburgs "Joker" ließen die Linzer noch einmal zittern. Karim Alajbegovic und Edmund Baidoo trafen beim letzten Sturmlauf der Gäste jeweils Aluminium.
Der Anschlusstreffer von Karim Konate war verdient, aber zu spät (87.). Schräg: Wie schon die beiden LASK-Tore fiel auch dieser nach einem weiten Einwurf.
Sturm stellte im Steirer Duell bei Hartberg von Anfang an die Weichen auf Auswärtssieg. Albert Vallci wurde nach einem Eckball mitten im Strafraum völlig allein gelassen, köpfte ein (2.). Den raschen Ausgleich von Austria-Leihgabe Luca Pazourek (10.) verdauten die "Blackys" hervorragend. Unmittelbar danach fälschte Benjamin Markus im Hartberg-Strafraum unglücklich ins eigene Tor ab (14.). Dann wurde auf Liga-Topstar Otar Kiteishvili vergessen: Der klein gewachsenen Spielmacher stellte per Flugkopfball auf 3:1 (25.).
Die Stimmen
Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch: "Arbeitssieg. Wir haben heute auch den Vize-Meistertitel schon abgesichert, worüber wir uns sehr freuen. Jetzt spiele ich den Ball schon zum LASK für nächste Woche. Wir haben nur noch was zu gewinnen, sie was zu verlieren."
Kurz mussten auch die Grazer aber noch um ihren Sieg zittern. Jon Gorenc Stankovic foulte Marco Hoffmann – Elfmeter. Diesen verwertete Lukas Fridrikas zum 2:3 (56.). Gorenc Stankovic entging dabei seiner zweiten gelben Karte und damit dem Ausschluss.
Hartberg bäumte sich noch einmal auf, drückte in der zweiten Hälfte auf den Ausgleich. Sturm-Youngster Luca Weinhandl machte mit dem 4:2 (80.) alles klar.