Jetzt plant Stadt "coole Straßen" für jeden Bezirk

Im August "gartelte" sich Vizebürgermeisterin Birgit Hebein durch die Eröffnung der ersten "coolen Straße" in der Hasnerstraße (Ottakring). Diese kamen so gut an, dass im nächsten Sommer nun in jedem Bezirk eine "coole Straße" entstehen soll.
Im August "gartelte" sich Vizebürgermeisterin Birgit Hebein durch die Eröffnung der ersten "coolen Straße" in der Hasnerstraße (Ottakring). Diese kamen so gut an, dass im nächsten Sommer nun in jedem Bezirk eine "coole Straße" entstehen soll.Bild: PID/Christian Fürthner

Im Kampf gegen die Sommerhitze setzte die Stadt heuer erstmals auf "coole Straßen". Diese kamen offenbar so gut an, dass für den Sommer 2020 bereits eine Ausweitung geplant wird.

Auch wenn der heurige Sommer nun langsam seinen Abschied nimmt, die nächsten Hitzetage kommen bestimmt. Um dagegen anzutreten, setzte die Stadt heuer erstmals auf "coole Straßen". Zwischen 9. August und 8. September wurden diese kühlen Zonen in drei der heißesten Gegenden Wiens geschaffen.

Mit dabei waren die Kleistgasse zwischen Kölblgasse und Hegergasse (Landstraße), die Hardtmuthgasse von der Alxingergasse bis zur Herzgasse (Favoriten) und die Hasnerstraße zwischen Habichergasse und Haymerlegasse (Ottakring).

Wie gut diese tatsächlich funktioniert haben und wie die Wiener auf die Maßnahme reagieren, wurde im Anschluss im Zuge einer klimatischen und sozialwissenschaftlichen Evaluierung erhoben. Heute, Donnerstag, stellte Vizebürgermeisterin und Klimaschutzstadträtin Birgit Hebein (Grüne) die Ergebnisse vor.

Anrainer: "Hitze deutlich erträglicher geworden"

Für die Evaluierung erstellten die Experten von "Green for Cities" Simulationen, die zeigen, dass die gefühlte und die tatsächliche Temperatur im Bereich der coolen Straße abnimmt. So wurden zwischen 1,3 Grad in der Kleistgasse (Landstraße) und fünf Grad in der Hasnerstraße (Ottakring) weniger verzeichnet. "Das macht auch für die Anrainer einen Unterschied: Mehr als die Hälfte der 518 Befragten gibt an, dass die Hitze für sie durch die coolen Straßen erträglicher geworden ist", so Hebein.

(Fast) Jeder Befragte will eine Wiederholung im nächsten Jahr

Für die sozialwissenschaftliche Evaluierung befragte das Unternehmen TBW Research 518 Anrainer. Dabei bewerten 87% die "coolen Straßen" als positive Maßnahme gegen den Hitzesommer, 66 Prozent geben an, dass die "coole Straße" ein guter Ausgleich zur warmen Wohnung sind und 92 Prozent wünschen sich eine Wiederholung der Aktion.

Für ebenso viele waren weniger Parkplätze kein Problem. Das freut auch die Vizebürgermeisterin: "Spielende Kinder statt parkenden Autos – das gefällt den Leuten im Grätzel und zeigt einmal mehr, dass sich die Menschen den öffentlichen Raum wieder zurückerobern."

23 coole Straßen Plus im Sommer 2020

Wie bereits bei der Regierungsklausur vergangene Woche angekündigt – "Heute" hat berichtet – soll es nächstes Jahr 23 neue "coole Straßen Plus" geben. "Mit den Ergebnissen der Evaluierung werden wir ein Konzept entwickeln, sodass nächsten Sommer jeder Bezirk eine coole Straße Plus bekommt. Und zwar vor allem dort, wo es laut Hitzekarte am dringendsten benötigt wird", betonte Hebein.

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