Der Machtkampf in der FDP ist entschieden - aber der Streit geht weiter. Wolfgang Kubicki setzte sich am Parteitag in Berlin mit 59,3 Prozent gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch.
Doch statt auf Versöhnung zu setzen, legte der neue Parteichef nach. Via "Bild"-Zeitung wandte er sich an seine unterlegene Kontrahentin: "Marie-Agnes, du hast nur 40 Prozent. Und jetzt weißt du, wo der Hammer hängt."
Strack-Zimmermann hatte zuvor erklärt, sie wolle Kubicki die Hand reichen, wie der "Spiegel" berichtet. Gleichzeitig richtete sie eine Warnung an ihren Rivalen: "Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht. Er muss jetzt verbinden."
Kubicki zeigte jedoch wenig Bereitschaft, auf die Liberalen zuzugehen, die sich gegen ihn gestellt haben. Auf die Frage in der ARD, wie er das Strack-Zimmermann-Lager für sich gewinnen wolle, antwortete er knapp: "Gar nicht."
Die FDP kämpft seit dem Ausscheiden aus dem Bundestag bei der Bundestagswahl im Februar 2025 ums Überleben. Der neue Parteichef sieht seine Aufgabe nun darin, "dafür zu sorgen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern ernst genommen werden".
Ob ihm das mit einer derart gespaltenen Partei gelingen kann, bleibt fraglich. Die Kampfabstimmung hat tiefe Gräben offengelegt, die Kubicki nun überbrücken müsste - wenn er denn wollte.