Hohe Verluste

Jetzt zerrt Putin die Ärmsten der Armen an die Front

Alkoholiker, Obdachlose, Migranten – die russische Armee zwingt immer mehr marginalisierte Gruppen in den Kriegsdienst an der ukrainischen Front.

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    Neue russische Rekruten in Stawropol. Putins Armee weitet die Militärrekrutierung nun (November 2023) auf ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen aus.
    Neue russische Rekruten in Stawropol. Putins Armee weitet die Militärrekrutierung nun (November 2023) auf ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen aus.
    IMAGO/ITAR-TASS

    Die russischen Behörden weiten die Militärrekrutierung offenbar auf ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen aus, wie das russische Investigativportal "iStories" berichtet. Da aufgrund der hohen Verluste in der Ukraine laufend neues Personal benötigt wird, hat das Präsidialbüro einen Plan entworfen, um sozial vulnerable Personen für das russische Militär zu rekrutieren.

    Damit nimmt die russische Armee vor allem besonders verwundbare Menschen ins Visier: Neben Arbeitslosen, Migranten und Personen mit Geldschulden sollen auch Sicherheitsleute und ehemalige Söldner, verurteilte Kriminelle und Personen, gegen die Ermittlungen laufen, in die Armee eingezogen werden.

    Diese Rekrutierung ist offiziell im Gegensatz zur Mobilisierung zwar freiwillig – wie Menschenrechtsorganisationen berichten, verfüge die russische Regierung aber über eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Druck anzuwenden. Die Gesetze für Migranten sind sehr unklar. "Oft wird den Migranten gedroht, sie abzuschieben, wenn sie sich nicht für den Kriegsdienst melden", so Sergei Krivenko von der Menschenrechtsgruppe "Citizen.Army.Law".

    Laut einem Rekrutierungssoldaten würden auch viele Leute aus anderen Randgruppen zum Militärdienst gezwungen. "Die Regierungsbeamten bringen Alkoholiker, Obdachlose, Personen mit offensichtlichen geistigen Problemen und Drogensüchtige in die Rekrutierungsbüros", berichtet der Soldat gegenüber "iStories".

    Es sei klar, dass sich der Staat eine marginalisierte Gesellschaftsschicht vom Hals schaffen wolle. "Sie scheren sich überhaupt nicht um die Qualität der Armee und argumentieren, dass die Rekruten sowieso nur zum Buddeln von Schützengräben verwendet werden." In der Realität zeigt sich, dass auch sie oftmals zu blutigen Sturmangriffen gezwungen werden.

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