Jobs für Asylwerber? Hundstorfer winkt ab

Bild: Helmut Graf

Sollen Asylwerber vollen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten? Eine Wifo-Studie, die Aufschluss über mögliche Folgen geben soll, ist seit einem Monat unter Verschluss.

 

Vergangenen Herbst hatte sich die Regierungsspitze noch für einen Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt ausgesprochen. Doch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) wollte durch eine Studie erheben, wie hoch das "Potenzial für Asylwerber auf dem Arbeitsmarkt" sei.

Obwohl diese Studie nun seit einem Monat vorliegt, wird sie nicht veröffentlicht. Im begründete Hundstorfer das Zurückhalten damit, dass man sich erst "mit dem Innenministerium abstimmen" müsse.

Außerdem wolle sich Hundstorfer "auf die bereits Asylberechtigten und Arbeitslosen konzentrieren", und zu ihnen zählten auch knapp 17.000 Flüchtlinge. Erst widme man sich diesem Thema, dann den Asylwerbern im offenen Verfahren, so der Minister im Ö1-"Journal". Derzeit seien über 380.000 Menschen arbeitslos - und das sei "die Hauptzielgruppe".

Anerkannte Flüchtlinge machen rund vier Prozent aller Arbeitslosen aus. Derzeit dürfen Asylwerber erst dann einen Job annehmen, wenn ihr Asylverfahren beendet ist – einfache Saisonarbeiten ausgenommen. Das wird auch von der Wirtschaft kritisiert, die hofft, auf der Suche nach Bewerbern für schwer besetzbare Stellen unter den mit Arbeitsverbot belegten Asylwerbern fündig zu werden.

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