Vizekanzler Strache erhielt die "Jörg-Haider-Medaille"

Der heutige 10. Todestag von Jörg Haider war am Mittwoch Anlass zur Versöhnung: Strache bekam im Bärental von Witwe Claudia Haider eine Medaille überreicht.
Gemeinsam mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat Witwe Claudia Haider einen Baum gepflanzt. "Ich möchte mich auch bei der Familie entschuldigen, falls ich da und dort etwas gesagt habe, das sie beleidigt haben könnte", so der nunmehrige FPÖ-Chef bei seiner Rede anlässlich eines Festakts an der Grabstätte Haiders im Kärntner Bärental. Jörg Haider sei ein Ausnahmepolitiker gewesen und habe "alle eines Besseren belehrt, ist immer gegen den Strom geschwommen und hat einen Wahlsieg nach dem anderen errungen."

Etwa 100 Personen kamen zur Ehrenfeier am Mittwoch zusammen. Beim anschließenden Gottesdienst sollen es knapp 300 gewesen sein.

"Haider war seiner Zeit voraus"

Neben Strache hat auch Ex-Vizekanzler Herbert Haupt die Haider-Medaille "für Verdienste um die politische Erneuerung" erhalten. In seiner Ansprache sagte Haiders damaliger BZÖ-Kollege Gerald Grosz, dass sich die Prophezeiungen des ehemaligen Kärntner Landeshauptmannes "schmerzhaft erfüllt" hätten. Die politischen Forderungen des 2008 verstorbenen Politikers seien heute in allen Parteiprogrammen zu finden. Haider – ein "Gigant der Republik" – sei seiner Zeit voraus gewesen, ist sich Grosz sicher.

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Am 11. Oktober, dem Todestag, werden Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), einige Vertreter der Landesregierung, Klubobleute und auch der Landtagspräsident am Grab Haiders im Bärental einen Kranz niederlegen. Am Abend wird die FPÖ außerdem zu einem Gedenkgottesdienst im Klagenfurter Dom laden.

Todestag von Jörg Haider:



Am heutigen 11. Oktober jährt sich Jörg Haiders Todestag zum zehnten Mal. Der ehemalige Landeshauptmann von Kärnten war alkoholisiert und viel zu schnell auf dem Heimweg ins Bärental tödlich verunglückt – nur zwei Wochen, nachdem er mit dem BZÖ bei der Nationalratswahl überraschend 10,7 Prozent der Stimmen geholt hatte. Seither ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien rund um Haiders Tod.

Prominenter Vertreter einer der vielen Verschwörungstheorien rund um Haiders Tod ist Ex-Vizekanzler Herbert Haupt: "Es wurde manipuliert, da passt nichts zusammen. Selbst der Sachverständige hat erwähnt, dass er nur in einem sehr engen Rahmen ermitteln durfte."

Dabei sind den Untersuchungen zufolge viele Dinge sicher: Haider hatte bei seinem Tod 1,8 Promille Alkohol im Blut und wollte nachts nachhause in sein Haus im Bärental fahren. Bei Nebel und mit stark überhöhter Geschwindigkeit (142 statt 70 km/h) kam der Wagen bei einem Überholmanöver von der Straße ab und prallte unter anderem gegen eine Betonmauer.

Haider erlag auf dem Weg ins Klinikum Klagenfurt seinen lebensgefährlichen Verletzungen. Nach Ende des Ermittlungsverfahrens ein Jahr später gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass es sich ausschließlich um einen Fahrfehler gehandelt habe. Das Unfallauto, Haiders Dienstwagen, sei in "einwandfreiem Zustand" gewesen und nicht manipuliert worden.



Verschwörungstheoretiker erfanden dennoch die wildesten Spekulationen. Einige glauben an Sprengfallen, Raketenangriffe oder eine gezielte Inszenierung des Unfalls durch (wahlweise) die Deutsche Bank, die Deutsche Bahn, die Gewerkschaft oder gar den israelischen Geheimdienst Mossad.

(red)

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