"Ich bin ersetzbar", sagte Johannes Hübner am Dienstagnachmittag. Er wird seiner Partei mitteilen, dass er "unter keinen Umständen" nochmals kandidieren werde.
Skandal-Abgeordneter Johannes Hübner hat die Konsequenzen aus seiner umstrittenen Rede bei einem rechten Kongress vor einem Jahr gezogen - er tritt bei der Nationalratswahl nicht mehr für die FPÖ an.
Zur Erinnerung: In seiner Rede vor der Gesellschaft für freie Publizistik waren zahlreiche antisemitische Codes enthalten. "Heute" hat die Originalmitschnitte der Rede.
Unter anderem bezeichnete Hübner den Vater der österreichischen Verfassung, Hans Kelsen, als "eigentlich Hans Kohn, aber er hat sich Kelsen genannt". Auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) attackierte er und unterstellte ihm, den Freimaurern nahezustehen.
TV-Interview
In einem TV-Interview am Dienstagnachmittag zeigte sich Hübner reumütig. Er beklagt, dass die Sache so aufgebauscht wurde. So eine Negativberichterstattung habe er nicht für möglich gehalten.
Der Auftritt selbst sei nicht unglücklich gewesen, nur die Aussagen über Kelsen bereut Hübner offenbar. Mehrmals betont er, dass die Rede "im Nachhinein" natürlich keine gute Idee war. Das habe er erst jetzt als Fehler erkannt.
Tritt nicht mehr an
Hübner zieht nun die Konsequenzen. Weil er nicht will, dass das Thema den Wahlkampf bestimmt und seiner Partei schadet, zieht er seine Kandidatur zurück.
"Ich werde nicht kandidieren. Unter keinen Umständen. Ich werde das auch heute der Partei mitteilen", sagt Hübner. Eine Kandidatur würde der FPÖ schaden. (red)