Corona-Medikament aus Österreich gibt neue Hoffnung

Der österreichische Genetiker Josef Penninger forscht in Wien und Vancouver
Der österreichische Genetiker Josef Penninger forscht in Wien und Vancouver Sebastian Reich / Verlagsgruppe News / picturedesk.com
Austro-Genetiker Josef Penninger entwickelt ein Medikament, das schwere Corona-Verläufe verhindern soll. Jetzt appelliert er an die Politik.

Ein neues Anti-Corona-Medikament könnte bald unser neuer Plan B neben der Impfstrategie in der Corona-Krise werden. Das vom österreichischen Top-Forscher Josef Penninger entwickelte und von der Wiener Firma Apeiron Biologics produzierte Mittel APN01 soll einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion verhindern können. 

"Es ist eine Hoffnung in Sicht", freute sich auch Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres am Sonntag in der ORF "Pressestunde" – "Heute" berichtete. Penninger selbst drängt in einem Interview mit der Bezirkszeitung "Sprich!" auf einen Start noch vor dem Sommer:

"Die klinischen Studien zu diesem Medikament sind abgeschlossen. Mitte Februar sollten wir alle Daten haben".

Impfungen wichtig

Das Tempo würde aber nicht rein von der Forschung bestimmt, jetzt seien Politik und Behörden am Zug. "Das hängt jetzt natürlich auch von den Behörden ab. Bei der Impfung ging das wahnsinnig schnell. Und wir würden uns ein ähnliches Tempo bei der Zulassung von Medikamenten erwarten", so Penninger weiter. In der Pandemie brauche es auch Medikamente. Er plädiert deshalb an die EU, dass deren Entwicklung stärker gefördert werde.

Doch auch sein Medikament kann eine Immunisierung durch eine Impfung nicht ersetzen. Als Immunologe möchte er Impf-Skeptikern noch etwas mit auf den Weg geben: "Denken Sie nur an Polio, Masern, Pocken. Gäbe es keine Impfungen, wären wir vermutlich schon ausgestorben. Impfungen sind also grundsätzlich ganz wichtig. Und deshalb unterstütze ich auch hundertprozentig, dass man sich gegen Covid impfen lässt", so der Forscher. Er selbst werde sich auch impfen lassen.

Fürchterliche Konsequenzen

Die Lockdown-Maßnahmen der Regierung verteidigt Penninger: "Nach einem Jahr Lockdown haben die Menschen verständlicherweise genug. Die Lockdowns haben unsere Existenz angegriffen. Aber wenn man sie nicht praktizieren würde, wären die Konsequenzen fürchterlich."

Trotz Lockdowns, Impfungen und Medikamenten werde das Virus noch weiter ein Teil unseres täglichen Lebens bleiben. Penninger: "Die Frage ist: Kommt noch eine Virusvariante, die den Impfungen entkommt? Dann rennen wir dem Virus ständig hinterher … In jedem Fall wird das Virus noch für einige Zeit bei uns bleiben. Auch wenn es keine Lockdowns mehr braucht."

"Wichtig ist deshalb, dass wir weiter testen, impfen, hygienisch leben, uns die Hände waschen, dem Nachbarn nicht ins Gesicht husten. Dann können wir wieder halbwegs normal leben."

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