Politik

Juncker über Fekter: "Es hat mir gereicht"

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:37

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat am Dienstagabend zur Auseinandersetzung mit Finanzministerin Maria Fekter Stellung genommen. Es "habe gereicht", sagte dieser. Einen bitterbösen Streit dementierte er aber.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat am Dienstagabend zur Stellung genommen. Es "habe gereicht", sagte dieser. Einen bitterbösen Streit dementierte er aber.
Rückblende: Am Freitag verkündete Maria Fekter als erste der Euro-Finanzminister, der "Schutzwall" für die verschuldeten Länder werde über 800 Milliarden Euro betragen und präsentierte auch Details. Das war Juncker ein Dorn im Auge, er ließ die danach anberaumte Pressekonferenz platzen. "Es gab keinen Grund mehr für eine Pressekonferenz, weil die österreichische Finanzministerin die Einigung schon verkündete, als die Sitzung noch weiterging", sagte er. "Juncker ist sauer", verkündete die Nachrichtenagentur AFP. Fekter versuchte, sich .
Juncker rügte Fekter noch vor Ort

Am Dienstag schilderte der Luxemburger seine Sicht der Dinge. Es habe gereicht, erklärte er im ORF-ZIB-Interview. Es habe "keinen bitterbösen Streit", aber eine Aussprache an Ort und Stelle gegeben. Im Rahmen dieser habe er ihr erklärt, dass man nicht dauernd aus Sitzungen herausplaudern dürfe. Fekter hatte sich die "heftige“ Reaktion von Juncker am Freitag in Kopenhagen zuletzt mit einer Nierenstein-Erkrankung erklärt. Zu seinem Gesundheitszustand sagte Juncker verschnupft: "Den kenne ich selbst".
Das Büro von Fekter bestätigte die Verstimmung zwischen den beiden Politikern. "Ich nehme ihm das nicht krumm, habe mit ihm hinterher gesprochen, mich auch entschuldigt“, sagte die Finanzministerin. Sie bereute ihr Timing, beteuerte aber, dass sie nur die österreichischen Journalisten informieren wollte.
Medien: "Kindergarten", "Schulprojekt"

Die Aktion brachte Fekter Spott in der internationalen Medienlandschaft ein. "Euro-Retter spielen Kindergarten", lautete der Titel in der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland. Das Wall Street Journal schrieb, Fekter habe dem "Klassensprecher“ Juncker die Show gestohlen und das "Schulprojekt“ zu früh "ausgeplaudert“.

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