Zwei Jahre Pandemie, Klimakrise und Ukraine-Krieg setzen Österreichs Jugendlichen und jungen Erwachsenen stark zu. Eine aktuelle Studie von ORF und Ö3, die das SORA-Institut durchführte, zeigt, dass 16- bis 25-Jährige eher pessimistisch in die Zukunft schauen. "Der Krieg in Europa, aber auch in anderen Ländern der Welt, ist aktuell die größte Sorge dieser Generation", erklärt Martina Zandonella von SORA. Für 88 Prozent der Befragten ist das Thema am Belastendsten.
Auf Platz zwei der großen Probleme, zu denen 24.000 Junge befragt wurden, rangiert die Klimakrise: 69 Prozent zeigen sich darüber sehr besorgt. Die Schere zwischen arm und reich ist ebenfalls Grund für Zukunftsängste (59 Prozent), gefolgt von Pandemie, Wirtschaftskrise (beide 55 Prozent) und Terrorismus (54 Prozent).
"Deutliche Mehrheiten sind der Meinung, dass wir bei den meisten großen Zukunftsthemen schlecht unterwegs sind", so Zandonella weiter. Das hat direkte Auswirkungen auf das Vertrauen der Jungen in die Politik: Alarmierende 87 Prozent verlassen sich gar nicht oder wenig auf die Politik. Nur sechs Prozent der Befragten fühlen sich tatsächlich gut vertreten. "Die jungen Leute sind da, sie warten aber auf ein Angebot von der Politik“, macht die Zora-Expertin deutlich. Auch klassische Medien haben bei den Jungen ausgedient. Zwei von drei glauben diesen gar nicht mehr.
Auch das Thema der Gleichberechtigung wurde beleuchtet. Fast 80 Prozent der Frauen findet, dass hier noch viel Arbeit notwendig ist. Dieser Meinung sich allerdings nur knapp die Hälfte der Männer. Für 90 Prozent aller ist jedoch die Zeit der Rollenklischees vorbei.