Der in Bosnien bekannte Arzt Jusuf Sabanovic hat am Montagabend für Empörung im ganzen Land gesorgt. Er hatte trotz Corona-Beschränkungen eine Party mit illustren Gästen geschmissen.
Wie schon am Freitag in Wien, musste am Montag auch die bosnische Polizei in Sarajevo eine rauschige Feier in einem Luxus-Lokal sprengen. Der bekannte Arzt Jusuf Sabanovic, er ist der Leiter der Chirurgie eines Krankenhauses der Hauptstadt, hatte zur Geburtstagsfeier geladen – und dabei alle aktuell geltenden Corona-Beschränkungen im Land missachtet.
Für noch mehr Unglauben sorgte aber, dass Prominenz und Macht der Einladung auch noch gefolgt war. Unter den Teilnehmern der Feier befand sich nämlich auch Außenhandelsminister Stasa Kosarac.
Peinlich berührt, entschuldigte er sich via Facebook für sein "gedankenloses Verhalten". Er wolle "absolut Verantwortung übernehmen" obwohl er "nur kurz" anwesend gewesen sei. Die Geldstrafe für Nichteinhaltung der Maßnahmen in der Höhe von umgerechnet bis zu 767 Euro werde er bezahlen.
Welche Konsequenzen hingegen Sabanovic noch drohen, ist offen. Das Krankenhaus zeigte sich empört über sein rücksichtsloses Verhalten und hat seinen prominenten Chef-Chirurg vorerst vom Dienst freigestellt. Zudem muss er sich in häusliche Isolation begeben.
"Die Regeln sind für alle gleich und jeder muss sie respektieren. Wir möchten nicht, dass sein unverantwortliches Verhalten die außergewöhnlichen Erfolge gefährdet, die wir bisher im Kampf gegen Covid-19 erzielt haben", donnerten die Verantwortlichen der Klinik in einer Aussendung.