Kärntnerin (17): Herz schlägt dank neuem Schrittmacher

Anna Mayer mit Oberarzt Günther Prenner, Rhythmologie, Klinische Abteilung für Kardiologie der Univ.-Klinik für Innere Medizin und Oberarzt Stefan Kurath-Koller, Klinische Abteilung für Pädiatrische Kardiologie der Univ.-Klinik für Kinder und Jugendheilkunde 
Anna Mayer mit Oberarzt Günther Prenner, Rhythmologie, Klinische Abteilung für Kardiologie der Univ.-Klinik für Innere Medizin und Oberarzt Stefan Kurath-Koller, Klinische Abteilung für Pädiatrische Kardiologie der Univ.-Klinik für Kinder und Jugendheilkunde LKH-Univ. Klinikum Graz/Kurt Remling
Sie ist eine der ersten Jugendlichen Österreichs, deren Herz durch eine völlig neue Technik wieder Schritt halten kann.

Seit etwa einem Jahr sorgt ein sogenannter His-Bündel-Herzschrittmacher dafür, dass das Herz von Anna nicht mehr aus dem Rhythmus kommt. Die 17-Jährige wurde am LKH-Univ. Klinikum Graz operiert und ist eine der ersten Jugendlichen Österreichs – und die erste in der Steiermark – die das innovative Gerät in sich trägt. Das besondere an dem Schrittmacher: Der Herzschrittmacher wird direkt am natürlichen Reizleitungssystem des Herzens platziert. Dadurch kommt der Impuls, der das Herz zum Schlagen anregt sozusagen da her, wo er auch herkommen sollte.

"Sie wissen gar nicht, wie erlösend es war, als wir endlich begriffen haben, dass Annas Herzrhythmus passt", erinnert sich Marlene Mayer an die große Erleichterung, die sie empfunden hat, nachdem ihrer Tochter der Herzschrittmacher implantiert wurde. Schlaflose Nächte und die ständige Angst, dass Annas Herz vielleicht einmal komplett versagt, waren Geschichte. "Mir geht’s super und ich bin sehr dankbar, dass ich das Neueste vom Neuen bekommen hab", erzählt die Schülerin.

Neues Gerät regt Herz zum "natürlichen" Schlag an

Das Gerät wurde Anna im November 2020 eingesetzt. Das Besondere des Systems sei, laut ihren Ärzten, "dass die entscheidende Elektrode für die Stimulation im Bereich des His-Bündels eingesetzt wird. Dieses befindet sich – einfach ausgedrückt – in der Herzscheidewand zwischen Vorhöfen und Kammern." Ist sie perfekt platziert, verwendet sie das noch gesunde eigene Reizleitungssystem und aktiviert dadurch beide Herzkammern auf "natürlichem" Wege, der dem eines gesunden Herzens gleicht.

"Eine Virusinfektion könnte die Ursache für Annas Herzprobleme gewesen sein."

Außergewöhnlich ist aber, dass der His-Bündel-Schrittmacher Jugendlichen implantiert wird. "Die perfekte Positionierung ist aufgrund der Größe des Herzens doppelt schwer", so Günther Prenner, Oberarzt von der Klinischen Abteilung für Kardiologie. Der Einsatz des Systems sei jedoch gerade in Annas Fall sehr sinnvoll. "Da der Schrittmacher ja nicht nur heute, sondern über Jahre sehr oft aktiviert werden muss, wirkt man einer möglichen Herzvergrößerung entgegen, die durch eine unnatürliche Simulation hervorgerufen werden kann“, so der Mediziner.

Anna kommt einmal pro Jahr zur Kontrolle auf die Klinik und wird auch telemedizinisch von den Herzspezialisten betreut.
Anna kommt einmal pro Jahr zur Kontrolle auf die Klinik und wird auch telemedizinisch von den Herzspezialisten betreut.LKH-Univ. Klinikum Graz/Kurt Remling

Anna muss alle zehn Jahre operiert werden

Im Normalfall wird das neue System eher bei Senioren eingesetzt. "Kinder und Jugendliche sind leider die Stiefkinder im Bereich der Herzschrittmacher, denn diese Systeme werden – ebenso wie die für die Implantation benötigten Geräte – für Erwachsene entwickelt“, so Stefan Kurath-Koller von der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Kardiologie. Warum Anna die Herzprobleme hatte, die 2018 zum ersten Mal auffielen, ist unklar. "Eine Virusinfektion könnte die Ursache gewesen sein", so Kurath-Koller.

Ein Kinderarzt überwies die Familie damals ans Uniklinikum und seither wird Annas Herz hier beobachtet. Lange bestand kein Grund, einen Schrittmacher zu implantieren. Da die Herzmediziner jedoch im Langzeit-EKG gesehen haben, dass sich Annas Rhythmusstörungen zunehmend verändern, fiel die Entscheidung zur Implantation. Künftig muss sich Anna alle zehn Jahre einem neuerlichen Eingriff unterziehen, da das Gerät dann eine neue Batterie braucht.

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