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Käsemacher von Grana Padano erschlagen – neue Details

Plötzlich krachten Regale voller Grana Padano zusammen und töteten den Senior-Chef einer lombardischen Käserei. Nun gibt es neue Details zum Unglück.
Roman Palman
09.08.2023, 19:18
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In der italienischen Lombardei ist Sonntagnacht der Käsemacher Giacomo Chiapparini (74) von seinem eigenen Lebenswerk erschlagen worden als Hochregale mit Tausenden Grana-Padano-Laiben plötzlich wie Dominosteine über ihm zusammenstürzten.

Erst nach 12 Stunden ununterbrochener Arbeit war es der Feuerwehr gelungen, durch die tonnenschweren Trümmer aus Hartkäse – jeder Laib wog etwa 40 Kilo – und verbogenem Stahl bis zu dem Verunglückten vorzudringen. Da war es für den 74-Jährigen aber bereits zu spät, er konnte nur noch Tod geborgen werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Heute" hatte bereits am Montag darüber berichtet, inzwischen sorgt der unfassbar tragische Todesfall rund um den Globus für Schlagzeilen. Nun kommen auch immer neue Details zum Hergang des Unglücks ans Licht. 

Roboter-Störung, dann...

Es sei ein ganz normaler Abend in der Molkerei und Familienkäserei in der Gemeinde Romano di Lombardia, etwa 50 Kilometer östlich von Mailand und 20 Kilometer südlich von Bergamo, gewesen, berichtet "Corriere della Sera". Demnach hatte sich der Firmenchef kurz zuvor auf einem Kontrollgang gemeinsam mit seinem Sohn Tiziano im großen Lager gemacht.

Ein Roboter, der die dort ruhenden Laibe für eine gleichmäßige Reife regelmäßig wenden soll, hatte zuvor eine Störung gemeldet. Das Problem konnte schnell behoben werden und der Hightech-Helfer wurde neu programmiert. Sohn Tiziano verließ daraufhin die Lagerhalle.

Dann geschah es: Aus noch ungeklärter Ursache stürzte eines der 24 Regale plötzlich in sich zusammen und riss die übrigen wie Domino-Steine mit. Wie das passieren konnte, ist Gegenstand von Ermittlungen, denn eigentlich sollte eine spezielle Verankerung genau das verhindern. Aktuell wird von Materialermüdung ausgegangen.

Erdbeben-Spezialkräfte halfen mit

Der ohrenbetäubende Lärm – Nachbarn beschrieben ihn später als "Donnerschlag" – alarmierte den Sohn und der sofort die Einsatzkräfte. Gleich mehrere Feuerwehren rückten aus den umliegenden Orten an. Am Ende gruben sich mehr als 60 Retter durch das Käse-Chaos, darauf hoffend, den Verunglückten vielleicht doch noch lebend zu finden. Sogar Spezialkräfte, die normalerweise bei der Bergung von Erdbeben-Opfern im Einsatz sind, waren zur Stelle.

Um 8.43 Uhr des 7. August wurde schließlich der 74-Jährige aus den unzähligen Käselaiben geborgen. Leider kam jede Hilfe zu spät. Der ganze Ort trauert, Chiapparini sei "stets großzügig und hilfsbereit" gewesen, sagen die Nachbarn.

Vom kleinen Bauernhof zum Großbetrieb

Der Verstorbene hatte laut "Prima Treviglio" den Familienbetrieb gemeinsam mit seinen Brüdern und dem Vater ab den 1970ern von einem kleinen Stall bishin zu einer riesigen Milchwirtschaft mit rund 2.000 Rinder ausgebaut. 2006 beschloss die Familie dann, die eigene Milch nicht mehr an andere Großunternehmen zu verkaufen, sondern sie selbst zu nutzen. Das war die Geburtsstunde ihrer Grana-Produktion. Rund 15.000 Laibe im Jahr wurden ab da hergestellt. Für seinen Käse hatte Chiapparini zuletzt auch Auszeichnungen erhalten.