Der Kakapo hat einen historischen Rekord aufgestellt: In der Brutsaison 2026 sind auf den prädatorenfreien Schutzinseln Neuseelands 106 Küken geschlüpft – so viele wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2019 lag bei 85 Küken.
Der flugunfähige, nachtaktive Papagei aus Neuseeland zählt zu den seltensten Vögeln der Welt. Die gesamte erwachsene Population besteht derzeit aus nur 235 Tieren. Insgesamt 78 Weibchen haben auf drei Inseln gebrütet, auf denen der Kakapo keine natürlichen Fressfeinde hat.
Wie utopia.de unter Berufung auf Radio New Zealand berichtet, ist das Überleben der Art trotz des Erfolgs nicht gesichert.
Der Vogel, dessen Name in der Sprache der Maori Nachtpapagei bedeutet, brütet nämlich sehr selten – nur in sogenannten Mastjahren, wenn der neuseeländische Rimu-Baum besonders viele Früchte trägt.
Das kann im Abstand von zwei bis fünf Jahren oder sogar länger der Fall sein. Die aktuelle Brutsaison folgte deshalb auf einen vier Jahre langen Fortpflanzungsstopp. Das erste Kakapo-Küken seit 2022 erblickte im Feber das Licht der Welt.
Nicht alle Küken kamen problemlos zur Welt. Ein Zootierarzt des Auckland Zoo musste einem frisch geschlüpften Babyvogel mit Mund-zu-Schnabel-Beatmung das Leben retten. Ein weiteres, zwölf Tage altes Küken überlebte dank einer Wundversorgung am Hals.
Stand Anfang Mai waren 93 der Jungtiere noch am Leben. Obwohl Kakapos eine beachtliche Lebenserwartung von 60 bis 90 Jahren haben, schmälern die wenigen Fortpflanzungsgelegenheiten die Überlebenschancen der Spezies. Der Nachwuchs-Rekord weckt nun Hoffnung bei den Naturschützern.