Spaniens Sánchez unter Druck

Kampf gegen Massenmigration – 25.000 kehren zurück

Historischer Ansturm auf Europas Außengrenze: Innerhalb weniger Tage gelangten rund 60.000 Migranten von Marokko in die spanische Exklave Ceuta.
Newsdesk Heute
31.07.2026, 14:56
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta hat ein historisches Ausmaß erreicht. Nach Angaben der örtlichen Behörden überquerten in den vergangenen Tagen rund 60.000 Migranten die Grenze von Marokko nach Spanien.

Ceutas Bürgermeister Juan Jesús Vivas sprach von einer beispiellosen Situation. Die Zahl entspreche rund 70 Prozent der Bevölkerung der Exklave, die normalerweise etwa 87.000 Einwohner zählt. "Diese Zahl zeigt, dass es unmöglich ist, einen solchen Druck aufzufangen", erklärte Vivas.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Zahl der Todesopfer steigt

Immer deutlicher zeigt sich das menschliche Drama. Laut behördlichen Angaben kamen 34 Migranten beim Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben. Anfangs ging man nur von 18 Todesfällen aus. Viele Menschen versuchten die spanische Exklave schwimmend oder über die Grenzanlagen zu erreichen. Die spanischen Einsatzkräfte stehen seit Tagen im Dauereinsatz.

Tausende werden in die Heimat zurückgebracht

Gleichzeitig laufen die Rückführungen auf Hochtouren. Wie das spanische Innenministerium mitteilte, wurden allein zwischen Freitagmorgen und Freitagmittag rund 25.000 Migranten wieder nach Marokko zurückgebracht. Nach Angaben des Ministeriums entsprach das einem Tempo von 150 Rückführungen pro Minute.

Sánchez spricht von "Angriff"

Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste am Freitag nach Ceuta und fand ungewöhnlich scharfe Worte. Er bezeichnete den massenhaften Grenzübertritt als "Angriff" auf Spanien und sprach von einer "Verletzung der territorialen Integrität" des Landes.

Für den plötzlichen Ansturm machte Sánchez Gerüchte verantwortlich, die nach seinen Angaben von Schleusernetzwerken verbreitet worden seien. Diese hätten zahlreiche Menschen zur gefährlichen Überquerung der Grenze bewegt.

EU schaltet Frontex ein

Angesichts der eskalierenden Lage meldete sich auch EU-Migrationskommissar Magnus Brunner auf der Plattform X zu Wort. Er betonte, dass der Schutz der EU-Außengrenzen "ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen zur Bekämpfung der illegalen Migration" sei.

Brunner erklärte, die EU stehe in engem Kontakt mit den spanischen Behörden und habe Spanien Unterstützung angeboten. Dabei soll unter anderem die EU-Grenzschutzagentur Frontex helfen, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Zugleich befinde sich die Europäische Union auch im Austausch mit Marokko, um weitere Migrationsbewegungen in Richtung der spanischen Exklave möglichst zu verhindern.

Die Ereignisse in Ceuta zählen zu den schwersten Migrationskrisen an einer EU-Außengrenze der vergangenen Jahre. Während Spanien versucht, die Lage unter Kontrolle zu bringen, wächst der Druck auf die Europäische Union, eine gemeinsame Antwort auf den Massenzustrom zu finden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 31.07.2026, 14:56