Es ist eine historische Entscheidung: Bei der EBU-Generalversammlung in Prag wurde der kanadische öffentlich-rechtliche Sender CBC/Radio-Canada als Vollmitglied aufgenommen. Damit steht dem nordamerikanischen Land der Weg zum "Eurovision Song Contest" offen.
CBC war seit der Gründung der EBU im Jahr 1950 assoziiertes Mitglied. Eine Vollmitgliedschaft war aufgrund der Statuten und der geografischen Begrenzung bisher nicht möglich. Eine nun beschlossene Statutenänderung schafft jedoch einen Rahmen für Vollmitgliedschaften auch außerhalb des klassischen europäischen Sendegebiets.
Wie esc-kompakt.de berichtet, könnte Kanada damit das erste nicht-europäische Land werden, das als vollwertiges EBU-Mitglied am ESC teilnimmt. Australien ist bis heute nur assoziiertes Mitglied und nimmt auf Basis einer Sondergenehmigung teil.
EBU-Generaldirektor Noel Curran sagte: "CBC/Radio-Canada ist seit unserer Gründung 1950 Teil der EBU-Familie. Als einer der führenden öffentlich-rechtlichen Sender der Welt hat er unsere Union bereits enorm bereichert."
Ob Kanada tatsächlich schon beim ESC 2027 in Bulgarien antreten wird, ist noch offen. CBC-Sprecher Leon Mar ließ lediglich verlauten: "Wir werden uns später zum Eurovision Song Contest äußern." Eine Absage sieht anders aus.
Neben Kanada traf die EBU-Generalversammlung auch eine Entscheidung für den katalanischen Sender 3Cat. Er wird als erstes sogenanntes "Ancillary Member" aufgenommen – ein neuer Status, der sich an Rundfunkanbieter richtet, die eine große autonome Sprachgemeinschaft bedienen. 3Cat sendet auf Katalanisch und erreicht mehr als acht Millionen Menschen.
Eine ESC-Teilnahme Kataloniens ist damit allerdings nicht verbunden. Der Ancillary-Status ist kein Weg in den Wettbewerb.