Vor 20 Jahren wurde Tom Neuwirth durch "Starmania" erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Schon damals war für ihn klar, dass auch sein weiterer Weg auf die Bühne führen wird, erzählt er jetzt bei "Intermezzo" mit Katharina Menhofer.
Große Musikgeschichte schrieb der Sänger dann 2014, als er mit seiner erschaffenen Kunstfigur Conchita Wurst den Eurovision Song Contest für Österreich gewonnen hat. "Da ist für mein kindliches Ich das Ultimative in Erfüllung gegangen. Da wurde ich zu der Märchenfigur, die ich immer sein wollte," erzählt er im Talk mit Menhofer.
Doch auch wenn sein Traum in Erfüllung ging, kam mit dem großen Erfolg auch der große Druck. "Es war mir total wichtig, perfekt zu sein. Ich habe gewusst: Über einen Drag Artist mit Bart gibt es nichts Leichteres, als sich lustig zu machen. Ich konnte mir keine Fehler leisten," macht Neuwirth klar.
Er hat auch immer mehr gespürt, dass viele Menschen eine bestimmte Version von ihm sehen wollten. "Ich habe gewusst, ok das ist die Schablone, die alle möchten und da geht sich dann viel nicht aus," erzählt der Künstler und macht gleichzeitig klar: "Aber ich habe viele verschiedene Interessen, gerade auch musikalisch."
Mit der Zeit ist die Rolle immer einengender geworden. "Das Korsett wurde immer enger," sagt der 37-Jährige rückblickend. All das führte dazu, dass "Conchita" immer mehr aus dem Rampenlicht verschwand und stattdessen Tom Neuwirth auf der Bühne stand. "Dann bin ich irgendwie ausgebrochen. Und das war total wichtig."
Ganz verabschiedet hat er sich von Conchita allerdings nie. Seit er sich aus dem ESC-Kontext verabschiedet hat, kann er die Figur wieder mit mehr Leichtigkeit sehen. Aktuell arbeitet Neuwirth sogar an einer neuen Konzertreihe, die Conchita wieder ganz bewusst in den Mittelpunkt stellt.