Kanzler Kurz will Bevölkerung zweites Mal testen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Interview.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Interview.Screenshot ORF
Im Interview zum Start der ersten Massentests in Österreich lobte Bundeskanzler Sebastian Kurz die Arbeit aller Beteiligten.

Am ersten Tag der Massentests in Österreich wurden 150.000 Menschen auf das Coronavirus getestet. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hofft, dass sich ein Drittel der Bevölkerung testen lässt. Er war am Freitag in der "ZiB 2 Spezial" mit Tobias Pötzelsberger zu Gast.

"Ich bin mit dem Start der Massentestungen sehr zufrieden", so Kurz. "Es gab im Vorfeld Fragen, aber es hat alles funktioniert. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Die Entscheidung, auch ein analoges Backup für die Anmeldung zu haben, war richtig. Dadurch hat für die Bevölkerung alles funktioniert, auch wenn es im Hintergrund Probleme mit der IT gab. A1 arbeitet an der Behebung."

Test zu schnell?

Erfolgte die Umsetzung voreilig? Kurz: "Es wäre voreilig gewesen, wenn das Projekt nicht funktionieren würde. Die Berichte der Menschen sind sehr positiv. Quer über Parteigrenzen hinweg gibt es gute Rückmeldungen. Selbst in Wien, einem Ballungszentrum, hat es großartig funktioniert mit kaum Wartezeiten. Natürlich gibt es Herausforderungen: Aber was wäre die Alternative? Die Alternative sind längere Lockdowns. Wir sind gut beraten, die Mittel zu nutzen, um die Pandemie zu bekämpfen. Es wird nicht der letzte Test sein. Das Ziel muss sein, dass wir diese Testungen wiederholen – nicht nur für die Bevölkerung als Ganzes, sondern auch für bestimmte Gruppen wie Lehrer."

Bleibt die Frage, wann die nächsten Massentests für die gesamte Bevölkerung stattfinden sollen. "Das hängt von der Beteiligung ab", so der Kanzler. "Es ist ein Game Changer, wenn der Test innerhalb kurzer Zeit zweimal bei der ganzen Bevölkerung stattfindet. Das ist nicht möglich. Die Testungen werden das Virus nicht auslöschen, wir können es aber lokalisieren. Wenn wir eine ordentliche Beteiligung zusammen bekommen, hat es einen Effekt. Dann müssen wir mit den Bundesländern beraten, wann der nächste gute Zeitpunkt ist."

Moderator Pötzelsberger frage Kurz außerdem, ob er genervt sei von Menschen, die sich nicht an die Appelle der Regierung halten. Die Antwort: "Natürlich ist es so, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann. Ich bin froh dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben, in dem die Staatsmacht Grenzen hat. Wir haben als Politik Möglichkeit, Maßnahmen zu setzen und die Bevölkerung zu bitten, sie zu befolgen. Aber es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen."

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