Im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz soll es erneut zu einer personellen Veränderung kommen. Nach Informationen der "Bild" muss Verkehrsminister Patrick Schnieder seinen Posten räumen. Als Nachfolger wird demnach der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler gehandelt.
Als Grund nennt das Blatt die anhaltende Unzufriedenheit des Kanzlers mit Schnieders Arbeit. Vor allem bei den Themen Schienennetz und Infrastruktur soll Merz zuletzt den fehlenden Fortschritt kritisiert haben. In Regierungskreisen sei zudem auf Schnieders Aussage verwiesen worden, trotz Rekordbudgets fehle Geld für neue Brücken und Infrastrukturprojekte.
Auch die Lage bei der Deutschen Bahn soll eine Rolle gespielt haben. Zwar wurde Bahnchef Richard Lutz bereits im Vorjahr abgelöst, die erhoffte Verbesserung im Bahnverkehr blieb laut dem Bericht aber aus.
Für Merz sei das Verkehrsministerium damit zunehmend zu einem politischen Problem geworden. Laut "Bild" habe der Kanzler die anhaltenden Schwierigkeiten auf Straße und Schiene als Belastung für den Modernisierungskurs seiner Regierung gesehen. Er sei "zunehmend genervt" vom ausbleibenden Fortschritt im Verkehrsministerium, heißt es in dem Bericht.
Dem Bericht zufolge blieb es bei Wirtschaftsministerin Katherina Reiche dagegen vorerst bei einer Verwarnung, obwohl auch sie zuletzt zu einem Gespräch ins Kanzleramt gebeten worden sein soll.
Die Ablöse Schnieders wäre Teil eines größeren Umbaus der Bundesregierung. Bereits zuvor hatte "Bild" berichtet, dass Gesundheitsministerin Nina Warken ins Kanzleramt wechseln soll. Thorsten Frei soll demnach neuer Fraktionschef der Union werden. Als Nachfolger Warkens im Gesundheitsministerium wird laut dem Bericht CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gehandelt.
Eine offizielle Bestätigung der von "Bild" berichteten Personalentscheidung lag zunächst nicht vor.