Kanzler Schallenberg macht jetzt klare Impf-Ansage

Bundeskanzler Alexander Schallenberg
Bundeskanzler Alexander Schallenbergapa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Kanzler Schallenberg war am Donnerstag bei Kardinal Schönborn und sprach mit ihm über die Pandemie, die Corona-Impfung und Vertrauen in die Politik.

Bundeskanzler Alexander Schallenberg hat am Donnerstagnachmittag Kardinal Christoph Schönborn seinen Antrittsbesuch als Regierungschef abgestattet. Das Gespräch im Wiener Erzbischöflichen Palais dauerte rund eine Stunde. Im Anschluss äußerte sich der Kardinal sehr positiv über die Begegnung.

Es sei seine Hoffnung, so Schönborn auf Twitter, "dass der bewährte österreichische Weg des miteinander Redens und der Suche nach Lösungen der drängenden Probleme - über alle Grenzen hinweg -fortgesetzt wird". Der Wiener Erzbischof hatte zuletzt immer wieder gemahnt, dass das Vertrauen in die Politik durch die jüngste Regierungskrise stark beschädigt sei. Es brauche deshalb verstärkte Bemühungen, dieses Vertrauen wieder aufzubauen.

Im Anschluss an das Gespräch betonte Schallenberg im Interview der Nachrichtenagentur Kathpress, dass ihm die Begegnung mit dem Kardinal ein großes Anliegen gewesen sei. Er versuche, mit allen tragenden Säulen der Gesellschaft in Kontakt zu treten. "Und da war selbstverständlich der Kardinal eine der ersten Persönlichkeiten, die ich kontaktiert habe." Nachsatz: "Es war ein besonders freundschaftliches, vertrautes Gespräch, das mir auch Kraft gegeben hat. "

"Der einzige Wellenbrecher"

Ein wichtiges Thema sei die Bewältigung der Pandemie gewesen, so der Bundeskanzler. Er danke den Kirchen wie auch Kardinal Schönborn persönlich für die gute Zusammenarbeit mit dem Staat und auch für die Unterstützung im Zusammenhang mit der Covid-Impfung.

Die entscheidende Frage sei: "Wie können wir jene von der Impfung überzeugen, die noch zaudern und zögern? Wir wollen keinen Druck ausüben, aber wie können wir die Menschen ermutigen, dass sie in Freiheit diesen Schritt setzen?" Er sei der Kirche dankbar für die vielen Signale in dieser Richtung. Schallenberg verwies etwa auf die Impfmöglichkeit im Stephansdom.

Die Pandemie könne nur bewältigt werden, wenn ein genügend großer Anteil der Gesellschaft sich impfen lässt, so der Kanzler: "Das ist der einzige Wellenbrecher, der uns zur Verfügung steht."

Ein weiteres Gesprächsthema sei der Klimawandel gewesen, führte Schallenberg aus. Er räumte ein, dass vielen die Dimension des Problems noch nicht bewusst sei. Alle politischen und gesellschaftlichen Akteure seien massiv gefordert. Die Einbremsung des Klimawandels werde "das" große Thema der Zukunft sein.

"Gehen wir runter vom Gas"

Auch Schallenberg unterstrich das zuletzt oftmals von Kardinal Schönborn eingemahnte Vertrauen in die Politik, das nach den jüngsten Regierungsturbulenzen zurückgewonnen werden muss. Sein Ansatz:
"Vertrauen lässt sich nicht in der Schnappatmung aufbauen, sondern es braucht Ruhe. Gehen wir runter vom Gas." Auch in der Regierung seien "nur" Menschen am Werk. "Das sind keine anonymen Apparate und Institutionen." Er wolle für "Ruhe, Besonnenheit, Partnerschaft und Stabilität" eintreten, so der Bundeskanzler.

Wenn die Regierung auch nicht immer einer Meinung mit der Kirche sei, so liege ganz allgemein die Stärke der Gesellschaft genau darin, "dass wir diskutieren; sei es im Parlament, in der Öffentlichkeit, sei es mit den Religionsgemeinschaften". Das sei für ihn ein "Zeichen der Stärke unserer pluralistischen Gesellschaft".

Der Jurist und Diplomat Alexander Schallenberg ist seit 11. Oktober Bundeskanzler, zuvor war er als Außenminister tätig.

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