Kardinal Schönborn über den Gemeinschaftsgeist

Der Kardinal, wie man ihn kennt: gütig lächelnd.
Der Kardinal, wie man ihn kennt: gütig lächelnd.(Bild: Helmut Graf)
Zum Ende des Lockdowns blickt Kardinal Christoph Schönborn auf die schwierigen Monate zurück und mahnt zum Zusammenhalt.

Die Corona-Pandemie hat die Welt unvorbereitet getroffen. Noch nie hat es eine so globale Gesundheitskrise gegeben. Sehr bald wurde klar: Nur gemeinsam ist diese riesige Herausforderung zu stemmen. In einem gemeinsamen Kraftakt hat die Forschung in Rekordzeit Impfstoffe entwickelt, die es uns heute ermöglichen, schrittweise zur Normalität zurückzukehren. All das ist nicht selbstverständlich. Es ist dem Gemeinschaftsgeist zu verdanken.

Auch die Politik hat anfangs in erstaunlicher Einmütigkeit die notwendigen Maßnahmen gesetzt. Fast alle waren sich einig: Nur gemeinsam schaffen wir das. Doch der Gemeinschaftsgeist droht in der letzten Zeit verloren zu gehen. In der Politik ist von Zusammenhalt wenig zu spüren. Verdächtigungen, Anschuldigungen, Polarisierungen und Schuldzuweisungen beherrschen die Szene. Von Abrüstung der Worte ist keine Rede.

Gemeinschaftsgeist muss stärker werden

Seit Mittwoch ist der Lockdown zu Ende. Die Gastronomie darf wieder aufsperren – und viele andere Bereiche, die zu unserem Leben gehören. Aber den Aufschwung wird es nur geben, wenn der Gemeinschaftsgeist wieder stärker wird. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Um ihn bete ich, für einen guten gemeinsamen Weg.

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