Kardinal Schönborn über seine Lieblingsheilige

Kardinal Christoph Schönborn
Kardinal Christoph SchönbornBild: Helmut Graf
Der Kardinal gedenkt Thérèse von Lisieux, einer der weltweit beliebtesten Heiligen. Sie macht mit ihren Werken heute noch Millionen Menschen Mut.

Sie war erst 24 Jahre alt, als sie 1897 an Tuberkulose starb, die damals noch unheilbar war. Ein kurzes, unscheinbares Leben hinter Klostermauern. Wie wurde aus ihr eine der weltweit beliebtesten Heiligen? Am Freitag ist ihr Gedenktag: die kleine Thérèse von Lisieux. Sie gehört auch zu meinen Lieblingsheiligen. Als ich Erzbischof von Wien wurde, habe ich ihr Bild im Stephansdom anbringen lassen. Viele Kerzen brennen davor, ein Zeichen, dass zahlreiche Menschen auf ihre Hilfe vertrauen.

In drei einfachen Schulheften hat Thérèse ihre Lebensgeschichte niedergeschrieben. Nach ihrem Tod gaben ihre Mitschwestern diese Hefte als Buch heraus. Es wurde ein Weltbestseller, in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Warum dieser Erfolg? Thérèse war überzeugt: Es kommt nicht auf das Außergewöhnliche an. Wir alle können die kleinen Schritte des Guten in unserem Alltag tun. Sie nannte es den "kleinen Weg". Selbst die unscheinbarsten täglichen Handlungen sind wichtig, wenn sie in Liebe geschehen – das war ihr "Rezept". Sie hat Millionen Menschen Mut gemacht, diesen einfachen Weg zu gehen. Er macht keinen Lärm, aber er verändert die Welt.

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