Karfreitag: Regierung streicht auch Jom Kippur

Die beiden Regierungskoordinatoren Gernot Blümel (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ)
Die beiden Regierungskoordinatoren Gernot Blümel (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ)Bild: picturedesk.com
Die Streichung des Karfreitags für Evangelische betrifft nun auch den jüdischen Jom Kippur, da beide im Generalkollektivvertrag von 1952 festgelegt sind.
Die Regierung hat beschlossen, den Karfreitag als evangelischen Feiertag abzuschaffen. Evangelische müssen stattdessen nun einen Urlaubstag verbrauchen. Die Regierung will damit auch in den Generalkollektivvertrag von 1952 eingreifen, wo dieser festgelegt ist. Das haben die Regierungskoordinatoren Gernot Blümel (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ) bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Dienstag angekündigt.

Neben dem Karfreitag als evangelischen Feiertag soll auch Jom Kippur als gesetzlicher jüdischer Feiertag abgeschafft werden. Auch der Jom Kippur ist als gesetzlicher Feiertag im selben Generalkollektivvertrag festgelegt.

Auch Juden müssen nun Urlaubstag verbrauchen

Auch Juden müssen dadurch jetzt einen Urlaubstag verbrauchen, um an Jom Kippur freizuhaben. Blümel begründete den Eingriff in den Generalkollektivvertrag damit, dass die dort vorgesehene exklusive Feiertagsregelung für einzelne Religionen im Licht des EuGH-Urteils diskriminierend sei.

Hofer meinte, der Generalkollektivvertrag werde damit verbessert, weil künftig jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin das Recht erhalte, sich an einem ganz bestimmten Tag – seinem "persönlichen Feiertag" – Urlaub zu nehmen. Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür aber nicht. Die Ankündigung, "niemandem etwas wegzunehmen", wurde damit allerdings nicht eingehalten.

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