Kneissl tanzte Bossa Nova mit EU-Amtskollegen

Karin Kneissl und Federica Mogherini traten am Freitag nach dem EU-Außenministerrat gemeinsam vor die Presse und betonten die gute Stimmung bei den produktiven Gesprächen.

Die Außenminister der EU-Mitgliedsstaaten sind am Donnerstag und Freitag zu informellen Treffen in der Hofburg in Wien zusammengekommen. Kneissl plädierte für ein politisches Signal an den Balkan. Die Außenministerin würde einen möglichen Gebietsaustausch zwischen Serbien und Kosovo mit "großer Skepsis" entgegen sehen.

"Wir haben intensiv und fruchtbar diskutiert", erklärte Kneissl am Freitagnachmittag beim anschließenden Pressefoyer, das sie gemeinsam mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini führte. Die Italienerin bedankte sich eingangs für die Gastfreundschaft Österreichs und ließ wissen: "Wir werden mit dem österreichischen EU-Ratsvorsitz Hand in Hand arbeiten."

"Operation Sophia" wird fortgesetzt

Besprochen wurden bei dem zweitägigen informellen Treffen in Wien u.a. die transatlantischen Beziehungen. So gebe es nach wie vor Meinungsverschiedenheiten mit den USA, aber auch sehr viele Punkte, in denen die Zusammenarbeit als positiv hervorzuheben sei. Abgesehen davon wurde über den Iran ("Der Iran bereitet uns große Sorge") gesprochen, über die anstehenden Wahlen in Bosnien-Herzegowina und auch über die "Operation Sophia". "Alle Mitgliedsstaaten haben sich gestern und heute einstimmig für die Fortsetzung der Operation ausgesprochen", so Mogherini. Der Marineeinsatz hat die Verfolgung von Schleppern und die Rettung von Menschen auf See zum Ziel.

Generell habe bei den Gesprächen "deutlicher Konsens geherrscht, um praktische Lösungen zu finden". Auch Kneissl bestätigte eine "gute Stimmung. Wir haben uns ausgetauscht und der Austausch war gut." Beide beurteilten die Beziehungen zu den Westbalkan-Staaten und die weitere Annäherung zwischen Serbien und Kosovo positiv. Ebenfalls über ein humanitäres Hilfspaket für Venezuela wurde gesprochen.

Zu möglichen EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei stellte Kneissl nur kurz fest: "Sie kennen unseren Koalitionsvertrag, und Herr Cavusoglu kennt ihn auch."

Vom Walzer zum Samba

Dass Diplomatie "viel mehr sein kann, als sich wechselseitig Policy-Briefing-Notes um die Ohren zu hauen", erklärte Kneissl außerdem. So erzählte sie vor versammelter Presse, dass sie am Donnerstagabend mit ihren Amtskollegen aus Großbritannien, Griechenland, Rumänien und Polen "Samba- und Bossa-Nova-Runden" gedreht habe.

Auf ihren Hochzeitstanz mit Russlands Staatschef Putin angesprochen, meinte Kneissl: "Das spielt keine politische Rolle. Ich habe in meinem Leben schon mit so vielen Männern getanzt."

Kneissl äußert sich im ZiB2-Interview zu ihrer Hochzeit:

(red)

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