Das Comeback von Benjamin Karl sorgt im österreichischen Snowboard-Team für mächtig Wirbel. Wie die "Krone" berichtet, äußern Andreas Prommegger und Alexander Payer deutliche Kritik am zweifachen Olympiasieger und fürchten sogar um die Stimmung innerhalb der Mannschaft.
Karl hatte nach den Olympischen Spielen im Februar eigentlich seine Karriere beendet. Nach einem Abstecher in den Radsport folgte nun die überraschende Kehrtwende: Der 40-Jährige will wieder auf dem Snowboard angreifen.
Bei seinen langjährigen Teamkollegen löst diese Entscheidung allerdings keine Begeisterung aus. "Ich sehe es nicht positiv. Und das aus ganz vielen Gründen!", erklärt der dreifache Weltmeister Prommegger gegenüber der "Krone". Payer wird ebenfalls deutlich: "Ich habe schwere Bedenken, die Teamchemie ist in Gefahr."
Sportlich zollen beide Karl großen Respekt, abseits der Piste gibt es jedoch Differenzen. "Wir haben uns sportlich gegenseitig viel zu verdanken, haben den Sport geprägt, am Brettl viele Parallelen aber abseits davon passen seine Werte nicht mit meinen überein", sagt Prommegger.
Kritik gibt es vor allem an öffentlichen Aussagen Karls über Ehe und Familie. "Damit kann ich mich nicht identifizieren. Die Werte, die Karl lebt und vertritt, sind nicht mehr zeitgemäß", stellt Payer gegenüber der "Krone" klar. Aufgrund seiner sportlichen Erfolge habe Karls Wort großes Gewicht, weshalb er aus Sicht des 36-Jährigen seine Vorbildwirkung verfehle.
Auch Prommegger berichtet von Spannungen in der Vergangenheit. "Ich hatte schon viele Dispute und Probleme diesbezüglich mit ihm", sagt der 45-Jährige. Karl und er seien "menschlich wie Tag und Nacht".
Eine Chance gibt Prommegger seinem langjährigen Teamkollegen dennoch. Karl hatte angekündigt, als veränderter Mensch zurückzukehren und neue Werte für das Team schaffen zu wollen. Prommeggers Reaktion darauf: "Ich musste mir von ihm meine Professionalität infrage stellen lassen, weil ich meine Familie an die höchste Stelle reihe. In seinem Statement hat er auch behauptet, dass er Werte fürs Team schaffen möchte und ein neuer Benji zurückkehrt. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren."